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Dahn (Gottfried) ist ein wackerer Seemann, der amSchluß die Geschichte nur zu tragisch und leidenschaftlichnimmt: der Grundzug der Rolle ist Humor, nicht Romeo'sFeuer. Die Aufnahme des Stücks von Seiten des Publi-kums war im Anfang eine durchaus freundliche, aber dieseHeiterkeit verschwand immer mehr, der Beifall verstummte.Möglich, daß durch energische Kürzungen das Lustspielsich für einige Zeit auf der Bühne hält; so, wie es unsum ersten Abend geboten wurde, macht es mehr einen er-müdenden, als einen erfreulichen Eindruck; auch ihm ge-bricht es an einem zeitgemäßen, wahrhaft komischen In-halt, an künstlerischer Phantasie und echtem Witz. - Demtrefflichen Anfang entspricht der Ausgang nicht.
Donnerstag, den 17. Januar 1867: Brutus und Col-latinus. Trauerspiel in fünf Akten von Albert Lindner.
Der Preis von tausend Thalern, den am 10. November1859 der damalige Prinz-Regent von Preußen für diebeste Tragödie oder Komödie von drei zu drei Jahrenaussetzte, erfuhr gerade von Seiten der dramatischenDichter die widerspruchsvollste Aufnahme. Während KarlGutzkow in einer Reihe von Aufsätzen dagegen eiferte undeher den Verfall als den Aufschwung der Bühne davonzu erwarten schien, erklärten sich Friedrich Hebbel undRudolf Gottfchall eben so eifrig dafür. Dreimal ist seit-dem an die Commission der Preisrichter die Frage nachdem „besten" Drama herangetreten; 1860 fanden sie keinsdes Preises würdig, 1863 sprachen sie den „Nibelungen"von Hebbel, 1866 dem Trauerspiel „Brutus und Colla-tinus" von Albert Lindner den Preis zu. Die Entschei-dungen der Preisrichter entziehen sich schon darum der