Band 
[Erster Band]
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tischen Abschluß zu bringen. Da die Dichtung in sichjedes tieferen Zusammenhangs entbehrt und eben nur einAufbau lose an einander gereihter Scenen, wie dieSage sie darbot, ist, wechseln Helden, Stimmungen, An-schauungen. Im Anfang ist die politische Debatte ganz inden Hintergrund gedrängt, die Tarquinier, die Geschichte derLucretia nehmen den vollen Raum ein; umgekehrt waltetim vierten und fünften Akt das Politische Gespräch vorund die Tarquinier sterben hinter der Scene. Die Thor-heit und die Narrenstreiche des Brutus stehen aus derScene mit seiner Weisheit und Beredtsamkeit in einemallzuschneidenden Gegensatz: wie sein und klug vermittelnsich in Hamlet diese Widersprüche, selbst im Wahnsinn ister ein Philosoph und ein Redner. Wäre der TarqniniusSuperbus des Dichters nicht ein gutmüthiger, melancholi-scher Schablonenkönig, der sich in schwermüthigen StundenBlärchen erzählen läßt, so müßte er längst hinter diesemsich so närrisch aufspielenden Narren den Fuchs, gemerkthaben. Mit einem großen Anlauf wird die KöniginTnllia als „blutige Megäre" geschildert, ihr Auftretenbedeutsam eingeleitet, einmal sagt sie selbst:

„Die Dogge meines Blutes wittert GeisterIn dieser Nachtluft von verwandter ArtUnd rüttelt wild am Gatter der Vernunft —"

und was ist das Ende? Sie schickt ihren Sohn Sextusin die Kammer der Lucretia! Sextus ruft aus:

„Alle Götter sind gewohnt, ihr Aug'

Und Ohr zu schließen, wo Tarquinier schreiten" —

und läuft feige davon. Mit dem Selbstmord der Lucretia,mit dem Aufruf des römischen Volkes durch Brutus schließtdie eigentliche Tragödie; das Andere ist, theils wie der