Band 
[Erster Band]
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Aber wo ist unser Moliore? Das Publikum sreute sichder Darstellung und spendete den Hauptdarstellern reich-lichen Beisall.

Donnerstag, den 13. Februar 1368: Der Hollandgänger.

Genrebild in drei Akten von Urohberg.

Der Verfasser hat sich am Sylvesterabend 1866 durchein kleines Stück: „Freund und Feind" in gefälliger Weisebei uns eingeführt. Ein frisches Talent mit humoristischemAnfing offenbart sich in lebendig erfaßten und durchge-führten Seenen, die Fabel ist weder besonders geistvollerfunden, noch sind die Charaktere von sonderlicher Tiefe,aber Alles berührt uns mit einer gewissen Unmittelbarkeitund dem Zuge wirklichen Lebens. Dabei sind freilich diestrengeren Kunstformen in diesem »Hollandgänger" sehrin die Brüche gegangen. Der Verfasser verknüpft zwei inihrem Wesen durchaus verschiedene Anekdoten lose undflüchtig.

Auf der^ einen Seite haben wir einen Scherz: Vol-taire, im Gefolge Friedrich's des Großen reisend, wird,nicht ohne Zuthun eines leichtsinnigen Pagen, für denLeibaffen des Königs von den westfälischen Bauern ge-halten; auf der andern Seite streift die Dorfgeschichte indas Tragische hinüber. Um seinen Vater aus einer Geld-verlegenheit zu retten, ist ein junger Bauer nach Hollandgegangen und hat sich für Batavia als Soldat anwerbenlassen. Zurückgekehrt kaun er sich nicht mehr in das stilleLeben der Heimath schicken, sein Zorn lodert schnell aus,die Waffe hat er immer bei der Hand. „Hollandgänger"ist ein Schimpfwort im Dorfe, wehe dem, der ihn sonennt! Bei einer Wilddieberei, die er begeht, geräth er