Band 
[Erster Band]
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von Oldenburg verbinden sich mit ihm. Daß er zwischenbeiden keine Wahl zu treffen weiß und das Kommandotheilt, ist seine für den der Geschichte unkundigen Zuschauereinzig greifbare, tragische Schuld. Wullenwever's SchwesterMargaretha — er selbst nennt sie beständig „Meta" —trägt einen Theil dieser Schuld: sie. verschmäht das Herzund die Hand Meyer's, während es doch den Anscheinhat, als würde ihn ihre Liebe willfähriger gegen die Ge-bote ihres Bruders gestimmt haben. Ebenso treibt dieWeigerung des Mädchens, den Doctor Oldendorp, Wullen-wever's Schreiber, zu heirathen, den bisher treuen Dienerim vierten Akt zum Verrath gegen seinen Herrn. Alleinstatt diese Verhältnisse, die uns viel tiefer und innigerberühren, als der ganze dänisch-lübeckische Kriegslärm,weiter auszuführen und sie zu den Angelpunkten der Hand-lung zu machen, hat der Dichter sie nur flüchtig skizzirt.Bis zum Ausgang des zweiten Aktes ist, wenn auch epischverbrämt, ein klarer dramatischer Verlaus sichtbar; diefolgenden Akte entziehen sich der Schilderung. Sie bringenuns die mannigfaltigen Wechselsälle des Kampfes zwischender Stadt und den Dänen, die ewig schwankende Stimmungder Bürger, die Ränke der Patrizier, die Beweglichkeitund das Pläneschmieden Wullenwever's zuweilen in glück-lichen Scenen zur Anschauung, aber es fehlt ein starkes,durchgehendes Interesse. Ein zweiter Mangel des Stoffesstellt sich heraus: Wullenwever ist kein Held, sondern einRedner. Den „Perikles des Nordens" nennt ihn GrafChristoph: vortrefflich, wenn nur das Drama nicht Thatenforderte. In einzelnen dieser Reden beweist sich die Meister-schaft Kruse's in der Behandlung der Sprache; der Hauchechter Beredsamkeit durchweht sie. Aber der Charakter