lich zusammen. Die Ausstattung war glänzend und inder Hafen-Decoration des dritten Aktes auch charakteristisch.Herr Berndal hatte die schwere und wenig dankbareRolle des Wullenwever zu bewältigen: Stimme, Kraft undHaltung haben ihm bis zum Ende ausgedauert. Ueberdas beschränkt Rhetorische erhebt sich die Figur nur inwenigen Momenten zu einer originalen und individuellenGestaltung, die, so im ersten wie im dritten Akt, vonHerrn Berndal betont wurden. Herrn Karlowa's MarkusMeyer war im Auftreten weniger gelungen, entwickeltesich dann aber im zweiten und dritten Akt lebenswahrund anziehend. Das frische Spiel des Künstlers, hierund dort ein wohl angebrachter plebejischer Zug, dasFahrige, Prahlerische und doch wieder Tüchtige und Kräf-tige eines Mannes, der ganz in eigenen Schuhen steht,überraschte, gewann, fesselte die Zuschauer. In dieserFigur steckt ein Kern dramatischen Lebens, vor dem derganze Wullenwever verschwindet. Ihrem Gatten eben-bürtig erschien Fräulein Bergmann als Frau Lunte.Eine vortreffliche Leistung, Fräulein Bergmann hat diesekurze Episode in wirksamster Weise durchgeführt und inHaltung, Ton und Erscheinung ein kleines Cabinets-stück geschaffen. Der Margarethe verlieh Frau Erharttzarte und anmuthige Züge. Aus dem Kaiser Karl V.machte Herr Münzer, nach Angabe des Dichters, einenalten sterbenden Mann. Während Kruse sich sonst ängstlichau der historischen Ueberlieferung hält, verlangt er hiervon uns, daß wir uns den Kaiser nicht als vierunddreißig-jährigen Mann (l534), sondern als hohen Fünfziger denkensollen. Für den Wissenden macht dieser hinschleichendeKarl geradezu einen komischen Eindruck. Gut und ver-
Frcnzcl, Dramaturgie. I. 20