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Ernst Wichert gehört zu ihnen. Oeffnet man seineRomane, so suhlt man sich im unmittelbaren Leben derGegenwart. Fragen werden angeregt, die uns Alle be-schäftigen; eine Fabel spinnt sich ab, wie sie eben untermodernen Verhältnissen möglich ist und aus ihnen ent-springt. Die beiden Komödien heiterster Gattung: „DerNarr des Glücks" und „Ein Schritt vom Wege", die unsereHofbühne von ihm zur Aufführung gebracht, versetzenuns dagegen in die Welt deutscher Kleinstädter; wir seheneinem Treiben zu, das bei all' seiner Lustigkeit uns dochvorsündfluthlich dünkt. „Ein Schritt vom Wege" ist nichtsowohl symbolisch und moralisch, sondern durchaus realistischzu nehmen. Am vorletzten Tage einer längeren Hochzeits-reise fällt es der jungen, überspannten und launenvollenFrau Ella von Schmettwitz ein, daß die ganze Fahrt bis-her ohne Romantik, ohne Abenteuer in höchster Prosaverlaufen ist. Um jeden Preis will sie ihr Abenteuerhaben. Der Gatte, ein wackerer, verständiger, ein wenigtrockener norddeutscher Gutsbesitzer, fürchtet, daß dieserungestillte Wunsch sich wie ein Schatten über ihr ganzeskünftiges Leben in der Heimath senken werde: er beschließt,ihr zu willfahren und drei Tage lang mit ihr im roman-tischen Lande zu verweilen. Die Brieftasche mit seinerPaßkarte, seinen Visitenkarten und Notizen, seine Geld-börse wirft er fort und beide laufen nun wie die Kindervom „geraden Weg" ab in den Wald hinein. Von einemGewitterregen durchnäßt, ohne Geld, ohne Gepäck — ichweiß nicht einmal, ob die Dame Taschenkamm und Zahn-bürste gerettet hat — kommen sie „incognito" in dem thü-ringischen Bade Kieferthal an. Ihre kleinen Abenteueran diesem Ort bilden den Inhalt des Stücks. Verwickelter