Band 
[Erster Band]
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der Nachahmung des Benedix'schen Lustspiels, ohne höhereliterarische Bedeutung, die sie indessen auch nicht in An-spruch nimmt, ohne Satire, ohne Anspielung, voll Alltags-humor und in jener greifbaren Lebendigkeit, daß der Zu-schauer beim Nachhausegehen sich vergnügt die Hände reibt:diesen Badearzt kennst Du! Den Witz hättest Du auchmachen können! Ein Stück, das noch Vielen einen heiternTheaterabend bereiten wird, wie es ihn gestern uns be-reitet hat.

Die Vorstellung des Stücks durch die Künstler desSchauspielhauses reiht sich ihren besten Leistungen an.Kleine Stockungen werden sich bei den späteren Auffüh-rungen leicht beseitigen lassen; die Raschheit, Frische undNatürlichkeit des Zusammenspiels sind schon jetzt zu loben.Die drei Hauptrollen wurden von Fräulein Keßler (Ella)und den Herren Liedtcke (Arthur von Schmettwitz) undLudwig (Egon, ein Reisender) dargestellt. Vermag Fräu-lein Keßler auch nicht der Gestalt der launischen jungenFrau ein geistreiches Schimmern und Flimmern zu geben,so fesselt doch das Natürliche und Ungezwungene ihresSpiels, der anmuthige Ton ihrer Stimme, das zierlichGefällige ihres Wesens. In ihrem Auftreten und in ihrerHaltung ist nichts Gemachtes, sie erscheint in der Thatwie eine junge Frau aus norddeutschen Adelskreisen; inglücklichster Weise wird dadurch das Geschraubte des An-fangs gemildert. Herr Liedtcke spielte seinen Gutsbesitzerund jungen Ehemann im trefflichsten Humor, mit jenerscheinbaren Trockenheit, in der er so geschickt das beste-Herz und die gutmüthigste Seele zu verbergen weiß. HerrnLudwig's Egon war ein gewandter, vielerfahrener, wennauch kein „armer Reisender". Ich möchte dem Künstler

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