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dem Hintergrund der Vertheidigung des reinen Glaubens.Seine Gestalt wird uns nur sympathisch, wenn wir gewahren,wogegen er kämpft, vor welcher Unterdrückung, welchemGewissenszwang er uns mit bewahrt hat. Die spanisch-habsburgische Weltmacht, die Inquisition der Dominikaner,der furchtbare Orden Jesu, die Deutschland unterjochenund mit romanischer Finsterniß bedecken wollten: sie ent-schuldigen und rechtfertigen seinen Abfall vom Reich, seinBündniß mit den Franzosen. Aber Gottschall versäumt,uns diese dunklen Mächte zu zeigen; seine Geschichtssymbvlikhat eine bedenkliche Lücke. Wenn alle Gegner Bernhard'sdem ehrlichen biedern Johann von Werth, dem bairischenReitergeneral, den der Dichter allein von ihnen vorführt,geglichen hätten, dann freilich wäre der Herzog der Landes-verräther gewesen, welchen Werth in einer meinem Gefühlnach unmöglichen Scene in ihm sieht, schilt und verwünscht.Aus Gottschall's Trauerspiel ist der wahre, tiefe Gegen-satz der Zeit zwischen Katholicismus und Protestantismusbeinahe ganz verwischt. Das Gebet am Schluß des erstenAktes steht außer jedem Zusammenhang mit der Fabel undist eben nur ein prächtiges Bild; geblieben ist ein leicht-sinniger, liebesbedürftiger, ehrsüchtiger Jüngling, ohne be-stimmtes Wollen, der wie ein Gimpel von einer Sirene,der Herzogin von Aiguillon, und einer alten Spinne, demCardinal von Richelieu, ins Garn gelockt wird und, alser sich daraus befreien will, untergeht. Die Rache einesbeleidigten Weibes kredenzt ihm den Giftbecher. Für dieganze Composition ist es bezeichnend, daß die Katastrophenicht aus geschichtlicher Nothwendigkeit, sondern aus Liebeund Eifersucht entspringt, Der Dichter hat ein unsittliches,peinliches und unbehagliches Liebesverhältniß zwischen dem