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theatralischer Kunst, mit wechselnden Bildern, in reicherArabeskenverbrämung. Richelieu und Johann von Werthsind trefflich angelegte Charakterköpfe, von denen nament-lich der erste unvergleichlich bedeutsamer wirken würde,wäre ihm nicht die lüsterne Liebe zu seiner Nichte ange-kränkelt. Johann von Werth erscheint als die gelungenste,natürlichste und ansprechendste Figur des Ganzen undwurde von Herrn Karlowa in derb humoristischer undanheimelnder Weise dargestellt. Leider entschwindet er zubald aus dem Stück und mit ihm der einzige Vertreter derkaiserlich deutschen Idee. Den schönen Reden, die derHerzog nicht müde wird über Deutschland zu halten, trautNiemand recht, wir sehen ja, wie schnell und leicht vonSinnlichkeit verblendet er sich freiwillig ins französischeNetz stürzt. Diese Herabsetzung des politisch-religiösen Con-flicts zu einer Liebesintrigue, die Herabdrückung des natio-naleitz Gegensatzes in die gemeine Sinnlichkeit, so daß imGrunde die beiden Frauen, die deutsche Gräfin Mathildeund die welsche Herzogin Marie, die sentimentale Liebendeund die Buhlerin, das Geschick des Helden als sein weißerund sein schwarzer Engel machen, hindern den vollen Ein-druck. Versprochen ward eine Geschichtstragödie, aber waswir sahen, war nur ein romantischer Liebeshandel unterPersonen mit historischen Namen und Kostümen. So beidem Helden, wie bei dem Kammerdiener. Welch' ein Bildgeht denen auf, die den Simplicissimus gelesen haben, wennsie dem Naturburschen Simplicius als Diener des Herzogsund der Dame Courage als Marketenderin begegnen! Aberder Dichter vertieft die Figuren nicht, er verflacht sie zuden allbekannten Gestalten des Dieners und der Zofe, mitdem Gegenspiel ihrer realistischen Liebe zu der romantischen