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bekennt und in ihrem Haar schon ein weißes Härchenantreffen läßt. Man darf annehmen, daß jede ersteLiebhaberin, die sich entschließt, diese Rolle zu spielen,eine Künstlerin von mehr als gewöhnlichem Streben ist/Bei der Darstellung des Schauspiels auf unserer Bühneist diese vermeintliche Klippe durch Frau Erhartt inglücklichster Weise umschifft worden. Auch scheint mirnicht in der Rolle der Beate, sondern in dem nndrama-tischen und unsympathischen Charakter Gustav Holm's diegeringere Anziehungskraft des „weißen Blattes" zu liegen.Das Schauspiel ist eine Variation des Thema's von„Werner oder Herz und Welt". Wie dort Wernerzwischen Julien und Marien, so schwankt hier Gustavzwischen Beaten und Evelinen. Dies Irren hin und hergehört seinem Wesen nach in die Novelle und nicht in einDrama, es schließt jede lebhaft bewegte Handlung aus, daes sich meist nur in seelischen Schwingungen, selten in That-sachen offenbaren kann. Ein Mann, der auf der Bühne nichtweiß, was er will, hat trotz der sentimentalsten Monologeeine komische Seite. Für seinen Werner hatte Gutzkowin dem richtigen Vorgefühl dieser Bedenklichkeit denn aucheinen ernsteren Conflict erfunden. Werner ist verheirathet.Damit erhebt sich die ganze peinliche Liebeständelei hin-über und herüber in die tragische Sphäre. Gustav Holmim „weißen Blatte" ist nur durch ein vor fünf Jahrengegebenes Versprechen gebunden. Wenige Tage nach seinerVerlobung mit Beaten erhält er von der Regierung denAuftrag zu einer wissenschaftlichen Reise, er ist Natur-forscher. Fünf Jahre bleibt er fern; als e-r heimkehrt,findet er Beate sehr, in seinen Augen zu ihrem Nachtheileverändert. Sie hat, bei dem plötzlichen Tode ihrer Eltern,
Frenzel, Dramaturgie. II. g