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die Verwaltung eines großen Gutes übernehmen müssen,hat sich ganz in diese Beschäftigung eingelebt und ist der„beste Landwirth" der Umgegend geworden. Als Mitglieddes Vereins zur Erhöhung der Erwerbsfähigkeit des weib-lichen Geschlechts verdiente sie ohne Zweifel eine Preis-medaille, aber eben so gewiß ist es, daß die Musen undGrazien Abschied von ihr genommen. Gustav ist ent-täuscht; statt sich aber nun offen mit der Verlobten aus-zusprechen, was ein so praktisch gesinntes Mädchen, wieBeate ist, nicht verletzen kaun, fängt er zuerst ein bedenk-liches kokettes Spiel mit der jüngeren Schwester an,dann entsinnt er sich eines „weißen Blattes" in seinemPortefeuille. Es ist Evelinens Stammbuchblatt. Aufseiner Heimreise hat er in London eine deutsche Familiekennen gelernt, ihr einige Dienste geleistet, und die schwär-merische Tochter hat sich dabei sterblich in ihn verliebt.Beim Abschiede giebt sie ihm ein Albumblatt, er soll ihrein letztes Andenken darauf schreiben. Dies „weiße Blatt"wird sein Verhängniß. Eveline, die ihm sonst nichts Be-sonderes gewesen, wird jetzt, da sie fern ist und seineEitelkeit Vergleiche zwischen ihr und der landwirthschaft-lichen Braut anstellt, zur Göttin der Schönheit. Un-entschlossen zieht er die leidige Geschichte bis zu demAugenblicke hin, wo er mit Beaten zum Traualtar schreitensoll. Beate durchschaut das Verhältniß, faßt sich groß-herzig, nimmt den Myrtheukranz beim Geläut der Glockenaus ihren Haaren und setzt ihn auf Evelinens Stirn:„Verloben Sie sich mit Gustav Holm." Das Unerquicklichedes Ausgangs wird nur dadurch gemildert, daß man einewahrhaft tüchtige und aufrichtige Natur, wie Beate, vorder Verbindung mit einem Schwächling bewahrt sieht.