Band 
[Zweiter Band]
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als sie hat, in einer Rolle der Crelinger! Hiermit istAlles gesagt und ich enthalte mich jeder Kritik, die nurverurtheilen und verletzen, aber nicht bessern und nützenkann. Ebenso gut könnte ich von einem Knaben ver-langen, er solle Roland's Degen Durandal schwingen, alsvon Fräulein Stollberg, die Worte ergreifend zu sprechen:„Und wenn der Ball zu Ende ist und dann — unddann!" Von den übrigen Verschworenen waren die HerrenBernd al (Graf Ranzau) und Kahle (Geheimer RathSchack-Rathlow) angemessen und lobenswerth, Herr Ober-laender erschien mir für den listigen Ove Guldberg dochgar zu behäbig und Herr Deetz als Oberst Koller nichtfinster und tückisch genug. Bedenkt man die Kräfte undTalente, über die unsere Bühne verfügt, so muß man mitden Vertretern der beiden Idealfiguren zufrieden sein;Frau Erhartt ist sogar eine vorzügliche Caroline Ma-thilde, voll Hoheit und Anmuth, die besonders im zweitenund vierten Akte die Fülle ihrer schönen Mittel voll ent-faltet; im dritten Akte, auf dem Balle, im Gespräche mitder alten Königin, könnte ein Gran Bitterkeit und Stolzmehr nicht schaden. Bei Herrn Ludwig müssen wir unsschon daran gewöhnen, daß ihm das volle Maß zumtragischen Helden fehlt. Immer findet man sich noch ehermit seinem Struensee als neulich mit seinem Hermann inder Kleist'schen Dichtung zurecht. Die wesentlich modernePersönlichkeit des Künstlers paßt besser für den aufge-klärten Minister des vergangenen Jahrhunderts, als fürden Helden der Urzeit, ganz abgesehen davon, daß ihmdas Rococo-Staatskleid besser ansteht als das Bärenfell.Mich erfreut der Eifer, mit dem Herr Ludwig jede neueAufgabe erfaßt, vielleicht zu schnell und zu wenig bedacht-