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bei dem Erscheinen des Pfarrers Strnensee im Palaste 'seines Sohnes; wenn die Königin Juliane den Ver-schworenen ihre letzten Befehle dictirt, greift die Musikin die Diction ein und giebt dem Ganzen einen melo-dramatischen Zug. Im Opernhause nun haben es jetzt dieInstrumente, der Gesang besser als die recitirenden Schau-spieler, der Ton verschlingt das Wort und eine Mischungvon Oper, Melodrama und Trauerspiel, die ursprünglichweder vom Dichter noch vom Cvmponisten beabsichtigtwar, setzt sich an die Stelle der Tragödie. In dem klei-neren Raum des Schauspielhauses klang das Eingreifender Musik bescheidener, es war nichts Herausforderndesdarin, die Musik umspielte nur wie eine sanfte, melodischeWelle die düstere Erhabenheit der Dichtung. Oder warendie Schauspieler damals eben größer und mächtiger, ge-waltig genug, um auch die Instrumente zu beherrschen?
Es ist im Allgemeinen mit Eifer und nicht ohne Wärmegespielt worden. Im Ensemble steht die Schenkscene, dieden vierten Akt eröffnet, eine der trefflichsten Scenen desGanzen, in der uns der Dichter nicht nur seine Fähigkeitzeigt, Figuren aus dem Volke anschaulich vorzuführen,sondern auch in scheinbar ungezwungenster Weise dentieferen Grund von Struensee's Sturz kunstvoll enthüllt,in drastischer Rede und Darstellung des Schulmeisters(Herr Bost) und des Chirurgen (Herr Hiltl) obenan.Weniger gefielen mir die Ballscenen, die sich viel zu steifund langsam für die gespannte Situation abwickelten.Am bedenklichsten ist die Besetzung der — theatralischbetrachtet — wichtigsten Rolle der Königin Juliane mitFräulein Stollberg. Eine mäßig begabte Anfängerin,die, vom besten Willen beseelt, doch nicht mehr geben kann