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Dichtung, Spiel und Jnscenirung sich decken müssen; daßes keine größere Albernheit giebt, als einen Ludwig denEilften mit historisch treuer Maske, der, in einem rothenPlüschsessel aus dem ersten besten Möbelmagazin sitzend,dem Gesandten Karl's des Kühnen Audienz ertheilt.Andere mögen anders empfinden. Diejenigen aber, dievom Schauspiel eben fordern, daß es ihnen auch etwas zumSchauen, nicht blos zum Hören giebt; die von der Bühneeinen Eindruck auf ihre Phantasie, eine Erhebung ausdem gemeinen Gang und der gemeinen Tracht des Tagesverlangen, fühlen sich von diesen Meininger Einrichtungenangezogen und gefesselt; sie fragen: wenn bei so mäßigenKräften der einzelnen Künstler eine solche Wahrheit desZusammenspiels, eine solche Wirkung erzielt wird, wiemüßten dann erst diese Bilder wirken, wenn durch dieGunst der Umstände an die Stelle der Schwachen großeTalente getreten waren? Daß die Volksscenen der erstenAkte wieder auf das Originellste eingerichtet sind; daß indem Auflauf, der durch die Procession des Papstes be-schwichtigt wird, in seiner Fluth und seiner Ebbe sich dasZusammenwirken der Hauptspieler, der Comparsen undStatisten wieder wirksam bethätigt, brauche ich nicht zusagen. Den Glanzpunkt der Darstellung bildet das Con-clave, nicht aus Laune des Regisseurs, sondern weil esder Mittelpunkt der Dichtung ist. An dem Conclave,sagen einstimmig die Chronisten der Päpste, ist ganzRom betheiligt, jeder erwartet, hofft, fürchtet von ihm,es ist eine ungeheuere Lotterie. In Minding's Tragödievollzieht sich in dieser Scene der Umschwung des Helden.Alles ist denn nun auch darauf gerichtet, diesen Vorgangannähernd in seiner innern Bedeutsamkeit und seinem