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äußern Pomp in der Entfaltung der kirchlichen Herrlich-keit darzustellen. Wenn die großen Vorhänge aufgezogenwerden, die den innern Saal während der Gespräche derCardinäle von der Vorhalle getrennt haben, hat derZuschauer eines der großartigsten und überraschendstenBilder vor sich: ein Bild, das in feiner Farbenstiinnmng,in der musterhaften Ausführung des Einzelnen die Volks-scenen des Julius Cäsar noch übertrifft. Und nun, indemSixtus zu seinem Platze schreitet, fängt dieses Bild sichzu beleben und zu beseelen an; erst kommen Einzelne zuihm heran und küssen ihm die Hand, Worte werden ge-wechselt, die Stimmen eingeholt, gezählt; jetzt knietAlexandrini vor ihm nieder, nun fallen Alle auf dieKnie; Sixtus hat sich aufgerichtet und hält seine Donner-rede: das Ganze macht einen nachhaltigen Eindruck. Dieaußerordentliche Gewalt, welche das Ceremoniell der katho-lischen Kirche auf die Phantasie ausübt, erprobt sich hierwieder in der Wirkung des die Wirklichkeit nachahmendenBildes.
Bei dem Triumphe, welchen die Hofbühne mit derAufführung der Shakspeare'schen Komödie: „Was Ihrwollt" in diesem Winter errungen hatte, war es ein Wag-niß, daß die Gesellschaft des Meininger Hoftheaters nunauch ihrerseits mit der DarstellungMeses Lustspiels vor-ging. Ihre Aufführung von „Was, Ihr wollt" amMittwoch, den 20. Mai, vor einem so kritisch wie seltengestimmten Publikum hat sich indessen mit der Vortreff-lichkeit ihrer Einrichtung und der siegreichen Gewalt ihrerDarstellung bewährt. Ein Vergleich zwischen dieser Auf-