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seine Noth, sein Schmerz bringen ihn uns näher. Andersverhält es sich mit dem Monolog des vierten Aktes. DerKünstler setzt seine ganze Kunst daran, uns realistisch dieUnruhe eines Jägers, der das Wild erlauert; die stür-mische Bewegung eines Mannes, der am wilden Wegemit Mordgedanken umherirrt, zu schildern. Ein fort-währendes Hin und Her aus der Bühne; ein Lauschen,ob sich aus der Ferne der Lärm des Geßler'schen Zugesvernehmbar mache; ein Zerschneiden und Auflösen der ge-tragenen Berse in prosaische Sätze — ein Naturalismus,bei dem leider nur der Dichter zu kurz kommt. AllesReden von dem sogenannten natürlichen Sprechen wirdmich nie zu der Ansicht bekehren, daß Verse nicht alsVerse gesprochen werden sollen. Wozu hätten sich Schillerund Goethe die Mühe gegeben, die wohllautendsten Versezu dichten, wenn es dem Schauspieler je nach seiner Launeeinfallen dürste, ihre Harmonien durch seine Dissonanzenzu zerstören! Und noch eins ist in diesem besonderenFalle hervorzuheben. Der Monolog Tell's ist eine ruhigeUeberlegung, ein bewußtes Erwägen, keine leidenschaftlicheAufwallung, kein Hervorsprudeln von Worten und Sätzen;die Seele arbeitet, nicht der Körper. Ob dgs natürlichist oder nicht, kümmert mich nicht; der Dichter schilderteben einen Mann, der erst wägt und dann wagt. Schondas Hereinstürzen des Künstlers in die Scene ist schief:„Dell tritt auf mit der Armbrust", sagt der Dichter,während er in der Scene vorher ihm „die heftigste Be-wegung" gegeben hat. Vom langen Wege ist Dell er-müdet; er schaut um sich, er prüft den Ort, die Gelegenheit,er setzt sich nieder, er ruht. In die Seele seines Heldenwill der Dichter uns einen Blick thun lassen: es fällt ihm