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Darstellung nicht absprechen können — im Gegentheil,sein Dell ist eine der eigenthümlichsten Bühnenfiguren,aber es ist mir doch sehr zweifelhaft, ob er der Ansichtund der Absicht des Dichters auch nur halbwegs entgegen-kommt. Herr Barnay bemüht sich, die Gestalt ihresidealen Schmuckes zu entkleiden und sie auf das Niveauder Alltagswirklichkeit herabzudrücken. Sein Dell ist einverwegener Jäger, ein schlichter, wortkarger Mann, inder Bewegung heftig, in der Erscheinung ein wenig aben-teuerlich: durchaus realistisch, ohne jeden Anfing desHeroischen. Vortrefflich, wenn es sich um eine wirklichePersönlichkeit, nicht um den Helden einer Sage, einesMythos handelte. Der Barnay'sche Dell sieht so aus, alsob wir ihm jeden Tag in der Schweiz begegnen könnten:umgekehrt ist der Schiller'sche Tell ein einziger Mensch,der das gewöhnliche Maß unserer Sterblichkeit überragt.Einzelnen Scenen der Dichtung nun theilt die Auffassungdes Künstlers, verbunden mit seiner schauspielerischenFertigkeit und seiner Vortheilhaften Erscheinung, eineungewöhnliche Frische, eine anheimelnde Schlichtheit, eineergreifende Lebenswahrheit mit. Da, wo das Heroischedes Tell zurück- und das einfach Menschliche hervortritt,wie in dem Abschiede von seiner Gattin, in dem Gesprächemit seinem Kinde; wo es gilt, dem „ungeheuer Gräßlichen"der Mythe einen Schein der Realität zu verleihen, wie inder Schußscene, erreicht die Darstellung des Künstlersihren Höhepunkt; hier bin ich im Allgemeinen mit ihmeinverstanden. Die gewaltigen Thaten des Mannes ent-fernen uns unwillkürlich von ihm, wir stehen, und mituns seine Landsgenossen, wie Pygmäen vor einem Halb-gott; diese Scenen dagegen, seine einfache Herzlichkeit,