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es Gestalten zu bilden und sie in einigen Scenen auch indramatische Bewegung gegen einander zu bringen — aberzu einem vollen, runden Drama ist er in den „Kronpräten-denten" nicht vorgedrungen. Eine Ueberfülle von Figuren,eine Mannigfaltigkeit der Motive, von denen das einedem andern die Entwickelung hindert; eine gewisse Un-klarheit in dem Hin- und Herüber der Beziehungen, dieden Reiz der epischen Volkslieder der Norweger, der Edda-sagen der Isländer, der schottischen Balladen ausmacht,aber dem Bühnenschauspiel, das zuerst und zuletzt KlarheituM Verständlichkeit fordert, durchaus widerspricht; derhmMgX>Wechsel des Orts, der lange Zeitraum, in demsich "das^Ganze begiebt — Alles trägt dazu bei, den „Kron-prätendenten" das Gepräge einer bunten und reichen Staats-action zu geben, mit den verschiedenartigsten Bildern, dieim Einzelnen nicht nur Auge und Phantasie fesseln, sondernauch mit der Kraft der Sprache und der Schönheit derGedanken unser Gemüth ergreifen — die eigentlich dra-matische Wirkung, das Durchschlagende aber wird vermißt.
„Die Kronprätendenten" spielen im ersten Viertel des13. Jahrhunderts und schildern die Kämpfe, welche KönigHakon V., der in der Geschichte den Beinamen des Altenführt, mit dem mächtigsten Manne seines Landes, demJarl Skule, zu bestehen hatte. Hakon V., ein unehelichgeborener Enkel Sverrir's, regierte von 1217 —1263 undist einer der mächtigsten Könige von Norwegen gewesen.Die Partei, die ihn unterstützte, war unter Sverrir zurMacht gekommen; den Spottnamen, den ihr die Gegnerdamals gegeben hatten: die Birkenbeiner, behielt sie späterals Ehrennamen bei. Jbsen's Schauspiel gliedert sich infolgender Weise. Der erste Akt zeigt uns die Königs-