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sichtlich blickt er dem armen König Skule ins Gesicht. -Die „Kronprätendenten" sind kein dramatisches Meister-werk, aber sie machen uns mit einem hervorragenden Dichterbekannt und gewähren in der Meiningen'schen Einrichtungeine Reihe glänzender Bilder, eine Folge ergreifenderScenen und einen solchen Einblick in die fremdartige Weltdes mittelalterlichen Norwegens, daß Niemand ganz unbe-friedigt der Vorstellung beiwohnen wird.
Zum Schlüsse ihres diesmaligen Gastspiels hat unsdie Gesellschaft des Meininger Hoftheaters noch eine eigen-thümliche Aufführung der grausigsten Tragödie Shak-speare's „Macbeth" am Montag, den 12. Juni,gegeben. Daß man mit allen Einzelheiten der Einrichtungund der Darstellung übereinstimmen sollte, ist bei einemsolchen Werke nicht zu erwarten, der Eine wird dieseScene streichen, der Andere jene beibehalten wollen: wasbei der Meiningen'schen Ausführung wieder den mächtigenEindruck hervorbringt, ist die Stimmung, die Localfärbung,der Beleuchtungston des Ganzen. Die wilde Natur Schott-lands und die Roheit der Zeit, die Düsterkeit der Schlösser,der phantastische Spuk, das bestimmte nationale Geprägekommen nicht in abgeschwächten und abgeblaßten, sondernin vollen und kräftigen Formen und Farben zur An-schauung. Unmittelbar führen Decorationen, Ausstattungund Einrichtung den Zuschauer in die sagenhafte zaube-rische Welt des Dichters ein und halten ihn darin fest.Die epischen Momente des Trauerspiels sind zum Theilgetilgt, zum Theil mit Geschick zusammengezogen undzusammengefaßt worden, so daß sich die Dichtung in einem