Band 
[Zweiter Band]
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im Hemd, sondern in seinem dunklen Rock erscheinen, sowie er vor unseren Augen von Macbeth Abschied ge-nommen hat. Geschickt ist dagegen das Auftreten desMörders nach der That eingerichtet. Rechts nach derCoulisse zu steigt eine Treppe aus der Halle in einenuntern Raum nieder: auf dieser Treppe erscheint derMörder, während Macbeth an das Geländer gelehnt ihnmit seinem Körper deckt, so daß er den Gästen an der Taselnicht sichtbar wird. Wie Shakspeare will, sind die MörderBanquo's als herabgekommene Landedelleute gedacht.

Was die Darstellung betrifft, so ist in erster Reiheder Darsteller des Macbeth Herr Hellmuth-Bräm zunennen; in hervorragender Weise ist es ihm geglückt, denvisionären Zug des Helden, der ihn von Richard III.unterscheidet, zum lebendigen Ausdruck zu bringen. Er-greifend malt er den Kampf des Ehrgeizes mit der Pflicht-treue des loyalen Vasallen in Macbeth's Brust und weißdurch das Hereinziehen des phantastischen Elements unge-ahnte Wirkungen zu erzielen. Die zwei ersten Akte gehörenzu dem Besten, was der Künstler bisher geleistet und haltenannähernd eine Vergleichnng mit den hervorragendsten Mac-bethspielern aus — ich entsinne mich Dawison's, Hendrichs'und des Engländers Phelps. Frau von Moser-Spernerist eine leidenschaftlich bewegte, nervöse Lady mit einzelnenwohlgelungenen Momenten. Der eine Hanptzug des Cha-rakters, die dämonische Gewalt ihres Blickes und ihrerRede, tritt scharf und wirksam hervor, dagegen fehlt dieheroische Größe, die eigentliche Tragik. Die Figur hatnoch zu viele grobe Elemente aus einem französischenMelodrama, die rechte Durchgeistigung und Abklärung wirdvermißt. Das Weib aus dem Volke, die Dame der Halle