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gebende Liebe, welche der Kern des weiblichen Wesens,des Gemüths ist, eint uns mit Gott" — so hat dochFaust wahrlich mehr gethan, als daß ihn das ewig Weib-liche heranzuziehen vermöchte! Man denke sich alle groß-artig herrschenden Naturen, Alexander und Cäsar, Friedrichund Napoleon; man denke sich Schiller oder Lessing,Beethoven oder Michel Angelo durch das ewig Weiblichein den Himmel gerettet! Das Bild und die ganze Rettungs-maschiue paßt eben nicht für Fünftens Lebensgang. Weiler Unendliches gewollt und Großes vollendet, darum ister der Himmlischen Einer. Wie erhaben somit auch demeinsamen beschaulichen Leser dies lichte Himmelsbild dünkenmag, sür die Bühne wird es sich unbrauchbar erweisen.Der Gesang der Engel ermüdet den Zuschauer viel schneller,als die Ironie Mephisto's. Es wird auch hier nichts übrigbleiben, als einen großen Strich zu ziehen. Engel steigenhernieder und erheben Faust in die Glorie. Mephistovon ihren Blumen getroffen, von dem hoch oben sichtbarwerdenden Gottesauge verwirrt, stürzt in den Höllenrachenhinab; zu den Füßen der Jungfrau liegt das vereinigtePaar, Gretchen und Faust. Das Ganze, als Gemälde soreich und prächtig wie möglich gehalten, aber hinsichtlichder Musik und des Gesanges auch so kurz wie möglich.Diejenigen, welche die Entweihung der Dichtung ver-urtheilen, brauchen ja das Theater nicht zu besuchen undkönnen sich in ihrer Bücherei nach Gefallen in den Goethe'-schen Tiefsinn versenken. Allegorien aber gehören nicht aufdie moderne Bühne, ebenso wenig wie katholische Mystikoder platonische Metaphysik. Meinem Gefühl nach ist dasUnerforschliche, was jenseit des Todes liegt, überhauptnicht für irgend eine künstlerische Darstellung in unserer