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werden, so gab es nur eine Stätte im Vaterlande, aufder sich der neue Kunsttempel, das letzte Asyl der Musenin unserer götterlosen Zeit, erheben konnte: Weimar. Hiergrüßten nicht nur vereint von ihrem Piedestal die beidenDioskuren den Kühnen, der es unternommen, neben undtrotz ihnen dem deutschen Volke ein Alles überstrahlendesKunstwerk zu schenken: auch der Boden war hier durchLiszt günstig genug für die Wagner'sche Musik vorbe-reitet. Aber Eins denken die Menschen und ein Anderesdie Götter, und so kam es, daß nach ihrem, nach Wagner'sund des Königs von Baiern Entschluß Bayreuth dasOlympia der deutschen dramatischen Kunst werden sollte.Bayreuth mit seinen Rococofayaden ist ein Potsdam onluiiiiatura, zu einem Olympia fehlt ihm zuerst und zuletztdie Vergangenheit. Die Jean Paul'sche Kunst, die sichan seine Häuser und Gärten knüpft, die Mischung vonPfahlbürgerthum und Romantik, von Abendrothsentimen-talität und Bierwirklichkeit, ist das Gegentheil der Wagneri-schen Allkunst, wenn ich sie recht verstehe. Einen freund-lichen Anblick bietet das Städtchen jedoch dem Ankommen-den. Mit bunten Fahnen, blauweißen und schwarzweiß-rothen, sind die Häuser geschmückt, Kränze und Guirlandenhängen an Fenstern und Gesimsen; vom Bahnhof bis zudem ersten Hause der Stadt, wo von Fenster und Thür inhellen Buchstaben das „Bankgeschäft von Feustel" — waswäre Wagner ohne Feustel? ein Siegfried ohne das Zauber-schwert Nothung! — dem Einfahrenden entgegengrüßt, istvon grünbekränzten Fahnenstangen eine Art Triumphpforteerrichtet. Der Schmuck galt dem Könige von Baiern, derdiese Tage über in der Eremitage wohnte und den General-proben des Festspiels beiwohnte, aber er kommt uns Allen