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jetzt mit einem Trinkhorn heranschleicht. Er bietet mitunterwürfigen Worten und Geberden Siegfried den Kühl-trank an, verräth aber dabei seine boshafte Absicht, denJüngling zu tödten. Im Tränke ist Gift: „sauf' und würg'dich zu Tod" — ruft er; da streckt ihn Siegfried's Schwertnieder. Auf den Leib des getödteten Drachen wirft erdie Leiche des Zwerges. Was soll ich nun thun? fragter das Waldvoglein. „Ich wüßte dir wohl das herrlichsteWeib", antwortet die Stimme. „Zeig mir den Weg." DerVogel fliegt davon, indem Siegfried ihm nacheilt, fälltder Vorhang. — Im Anfang des dritten Aktes hat Wotanmit der Erda eins jener endlosen und eintönigen Gesprächeüber die Bejahung und die Verneinung des Willens zumLeben, die in der Stabreimform für mich eine burleskeKomik besitzen und die von der Bühne herab gesungenauf die Zuhörer eine unvergleichliche narkotische Wirkungausüben. Die Handlung gewinnt erst wieder mit demAuftreten Siegfried's ein gewisses Leben. Wotan willihm den Weg zum Walkürenfelsen wehren. Aber dasSchwert Nothung, jetzt in der Hand eines reinen undschuldlosen Mannes, zerschlügt mühlos den Speer in derHand des schuldigen Gottes. Wotan entweicht, durch die„wabernde Lohe" schreitet Siegfried zur Höhe. Mit demSchwert zerschneidet er den Brustpanzer Brünnhildens.Sie erwacht, langathmiges Liebesduett, das wie in „Tristanund Isolde" in Stammeln, Schluchzen, Jauchzen und un-oder tiefsinnigen Worten, wie einem Jeden nun von denGötter das Verständniß gegeben ist, endet.
Der letzte Tag, die „Götterdämmerung", lehnt sichan den ersten Theil unseres Nibelungenliedes. Währendder Meister die Sage zu erhöhen und zu erweitern glaubt,