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[Zweiter Band]
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ein immer lichterer Schein gedrungen, der sich nun aneiner hohen Stelle des mittleren Riffs zu einem blendendhellstrahlenden Goldglanze entzündet; ein zauberisch goldenesLicht bricht von hier durch das Wasser." Wie wird dasin Bayreuth dargestellt? Zwei Dutzend Lichtfünkchen sinkenvon oben her in die Fluth, als ob man eine kleine FlascheDanziger Goldwasser ausgeschüttet oder als ob der Gold-regen der Ban Dyk'schen Danaö auf dem Dresdener Bildesich in den Rhein gesenkt hätte, dann wird an der Spitzedes Riffs ein leuchtender Punkt sichtbar, von meinemPlatz aus etwa so groß wie ein Zehnpfennigstück. Aufdies Licht stürzt nun Alberich los, während die drei Nixengemächlich den Fels nach wie vor in schwimmend schwebenderBewegung umkreisen. Ich würde einen breiten Lichtstrahldurch das Wasser fallen lassen, die ganze Oberfläche flimmertund schillert davon, wie rothgoldig angeglüht leuchtet dasRiff, eine Goldader tritt scharf und deutlich in dem Ge-stein hervor und oben flammt es wie von einem gewaltigenGoldklumpen. Entzückt und geblendet sind die Nixen nachder einen Seite ausgewichen, um das herrliche Schauspielbesser betrachten zu können, und gestatten so dem Zwerge,„in grausiger Hast" von der andern Seite her das Riffzu erklimmen. — Wotan's Feuerzauber ist von dem Dichter,der solche Wasser- und Feuerkünste besonders liebt, aus-führlich beschrieben worden. Nachdem Wotan die schlafendeBrünnhilde im Schatten der breitästigen Tanne gebettet,„schreitet er mit feierlichem Entschlüsse in die Mitte derBühne und kehrt die Spitze seines Speers gegen einenmächtigen Feldstein. Ein Feuerstrahl entfährt demselben,er schwillt schnell zu einem Flammenmeere an, dem Wotanmit einem Winke seiner Speerspitze den Umkreis des Felsens

Frenzel, Dramaturgie. II. Itz