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aber er nehme es mir nicht übel, einen übermenschlichenCharakter verleihen sie ihren Trägern nicht. Brünnhildeim weißen Gewände und rothem Mantel ist eine Alltags-erscheinung auf dem Theater, die Walküren sehen denValletamazonen znm Verwechseln ähnlich und Wotan nungar mit der Binde über dem Auge und den Speer in derHand gleicht einem Thürhüter in einem vornehmen Hause.Die Götter unserer Ahnen wandelten im Regen über dieErde, in der Stnrmnacht, grau in grau, phantastisch, farb-los — diese bunten, kartenköniglichen Gestalten, die sich zurebenen Erde mit Riesen, Zwergen und Helden unterhalten,in Landschaften, die weder an Island, noch an das Germaniendes Tacitus erinnern, passen trefflich für jede Opernbühne,aber sind ganz ungeeignet, den geheimnißvollen Inhaltdes Wagnerischen Mnsikdrama's auszudrücken. Uneinge-schränktes Lob verdienen die Gewänder, die Waffen, dieAusrüstung der Mannen König Gunther's: das ist stattlichund alterthümlich zugleich.
Auch ohne die Versicherung der Wagnerschwärmer, daßbei der zweiten Vorstellnngsreihe Alles besser gegangen,als bei der ersten, wäre ich von dieser Besserung über-zeugt gewesen. Die Maschinisten mußten etwas gelernthaben, der Drachenwurm anständiger sterben und Alberichsich ein wenig schneller verwandeln. Aber um solche Miß-griffe und Ungeschicklichkeiten handelt es sich gar nicht,sondern um die Kindlichkeit der gesammten Jnscenirüng.Drei der wichtigsten scenischen Spiele des Drama's sindder Raub des Rheingoldes, Wotan's Feuerzauber, dieGötterdämmerung. Was will der Dichter Wagner undwas hat der Theater-Director Wagner uns gezeigt? Im„Rheingold" heißt es: „durch die Fluth ist von oben her