Band 
[Zweiter Band]
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Schmerz waren der Gatte, Kinder und Enkel, die näherenVerwandten. Der General-Intendant der Hofbühnen,Herr von Hülsen, der Director Düringer, die Mitgliederdes Schauspiels und der Oper, die Directoren der Privat-theater, Vertreter der Presse, Schriftsteller, alte und jungeBewunderer der Todten waren zugegen; es fehlte nichtsvon jenem gewohnten Pomp, jenem Ernst — „sammt allerSitte, Art, Gestalt des Grams" — von denen Hamletredet. Feierlicher und würdiger wäre es uns allen jedocherschienen, hätte diese Leichenfeier im Saal des Schauspiel-hauses stattgefunden; denn hier allein war in höhererWahrheit die Heimath der Künstlerin. Wenn ein großer,in der Allgemeinheit wirkender Mensch stirbt, gehört erim Grunde nicht mehr ausschließlich den Seinen an. Undwie wir vor wenigen Jahren, am 4. Mai 1862, in demConcertsaal das Jubelfest Auguste Crelinger's feierten,so hätten wir uns auch in diesem Raum um ihren Sargschaaren sollen. Nicht bedeutungslos sind in solchen Augen-blicken Ort und Gewand, und wohl wäre es zu wünschen,wir hätten bei ähnlichen Gelegenheiten das Talent derFranzosen, dem Großen ein großartiges Gepräge zu geben.In schlichten, zum Herzen dringenden Worten hielt derPrediger Sydow die Leichenrede. Gegen 4 Uhr Nachmittagssetzte sich der Zug nach dem Kirchhofe in Bewegung. DieLeidtragenden folgten dem Leichenwagen zu Fuß, einelange Reihe von Wagen, voran der des Königs, schloßsich ihnen an, die Friedrichsstraße zum Halleschen Thorhinauf. Am Thore wurde der Leichenzug von Musik em-pfangen und die Leiche so, von Beethoven'schen Klängen um-schwebt, zu ihrer letzten Ruhestatt auf dem alten Jerusa-lemer Kirchhof geleitet. Eine Säule von grauem Granit

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