Band 
[Zweiter Band]
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wärme gebunden war, in den Banden künstlerischer, architek-tonischer Schönheit, aber doch immer gebunden.

Auguste Crelinger hat keinen großen Dichter zur Seitegehabt; lange, ehe sie in ihnen wirken konnte, waren dieMeisterwerke Shakspeare's, Lessing's, Schiller's, Goethe'sauf der Bühne heimisch geworden. Andere hatten vor ihrdie Jungfrau und Jphigenie, Jnlia und die Gräfin Orsinadargestellt. Ihr hat ein Sophokles gefehlt. Die Schau-spiele Raupach's, in denen sie so oft gespielt, die dasPublikum oft nur, um sie zu hören, anhörte, nehmen inunserer dramatischen Literatur eine untergeordnete Stelleein; Schöpfungen einer Zeit, der wir in jeder Hinsicht ent-wachsen sind, haben sie keinen Anspruch auf die Zukunft. Füruns — und wie viel mehr noch für die Nachkommen — sinddie Hohenstaufen todt und ihre Tragödien. An ihnen hatAuguste Crelinger mit ihre beste Kraft verschwenden müssen.Es ist vergeblich zu fragen, ob sie mit und in anderen Auf-gaben größer geworden wäre; wie sie war, haben wir allein ihr unsere größte tragische Schauspielerin verloren. DibStelle, die sie eingenommen an dem Altar der Musen,in Schinkel's Hause, mit dessen Geist der ihre so wahl-verwandt war, ist nun leer gelassen: aber wir hoffen, daßihr Schatten segnend durch diese Räume schweben undihren Kunstgenossen wie den Zuschauern mit erhobenerHand den Weg zum Schönen, Edeln, Harmonischen, ausder Verwirrung und Verirrung des Geschmacks, zeigenmöge, für und für.