Band 
[Zweiter Band]
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Begeisterung sie in das Lied einfällt, hören, wie sie imAusgang der Tragödie sagt:

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sagt — nein, wie mit der Stimme der Engel, der delphischenPriesterin gleich es ruft: „Gott und Vaterland sind eins,sind Alles für uns!" Als ob der Genius des befreitenItaliens aus ihr spräche. In solchen Augenblicken beugtsich Jeder willig dem Zauber der Künstlerin. Nichtweniger vollendet ist ihr Spiel im dritten Akte, bei derBegegnung mit Holofernes. Auch das kälteste, arg-wöhnischste Herz würden diese schmachtenden Blicke, würdedies Lächeln bestechen. Die Angst und die Scham, alsder gefangene jüdische Priester sie im Zelt des Holofernessieht und fragt: „Bist Du seine Geliebte? Hat er wahrgesprochen?" und sie, im plötzlichen Uebergang, lächelndsich zu Holofernes kehrend, mit eipem unnachahmlichenAusdruck der Leidenschaft antwortet: „er sagte es!" —können nur anschauend genossen, nicht in Worten geschildertwerden. In ein Wort zusammengefaßt: die Judith derRistori ist eine Heldin, etwa wie Schiller's Johanna,„des höchsten Gottes Kriegerin", ein Weib, das sich ihrerAnmuth und der verführerischen Kunst Eva's bewußt ist,aber sie zu adeln glaubt, wenn sie im Dienst des Vater-landes und ihres Gottes sie anwendet, eine dämonischeNatur ist sie nicht. — Die übrigen Mitglieder der Ge-sellschaft thaten ihr Mögliches, nicht gar zu weit hinterder großen Schauspielerin zurückzubleiben. Dies gelangihnen, sie hielten sich in bescheidener Ferne, genau wiein einem Bilde es sich für die Staffage schickt. Eliachinv(Signor Glech), der Priester und Rafes, der Volks-