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immer noch keift und lärmt und ihre Krone küßt, dieselbenoch einmal aufsetzt und in gräßlichen Zuckungen stirbt,das artet in Häßlichkeit und Widerlichkeit aus. Haltungund Sprache der Ristori waren wieder vortrefflich demCharakter der altgewordenen Königin angepaßt, statt aberdas Unschöne des Vorgangs mildernd zu verklären, gefielsie sich in der grellen Ausmalung des Krampfhaften undKeifenden. Gerhard Dow oder Ostade mögen alte, scheltendeWeiber malen, nicht Rubens oder Van Dyk. Mit Rechthat die deutsche Kritik der Rachel die Ausmalung derTodesqualen, in denen Adrienne Lecouvreur stirbt, vorge-worfen. Lazarethstudien, die nicht auf die Bühne gehören,aber in Adrienne stirbt doch immer eine jugendliche, schöneGestalt, durch Gift hingerafft, deren Lieblichkeit in etwasmit den Schrecken des Todes versöhnen konnte, SignoraRistori stirbt alt, jämmerlich, widerlich. Dies war dasBild des Todes, vor dem der indische Prinz zurückschreckteund Büßer wurde, aus solchem Anblick entsprang die Lehrevon dem Elend des Daseins. Und das gehörte in dieKunst? Nimmermehr! Während wir alle schön zu sterbenwünschen, sollen wir unsere Ideale auf der Bühne in derkläglichsten und häßlichsten Noth verenden sehen? Auchhier mag die Kunst, mit der Signora Ristori das physischeSterben nachahmt, Staunen erregen; es ist das Staunen,das der Zuschauer bei dem Seciren eines Leichnams undden Operationen eines geschickten Arztes empfindet.
Die vierte Vorstellung der Signora Ristori brachte unsam Donnerstag, den 13. März, Shakspeare's „Macbeth",in einen italienischenMacbetto von Giuliv Carcano ver-wandelt. Voltaire hat einmal behauptet, wenn man einTrauerspiel Shakspeare's vor einem französischen Publikum