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wenn sie im ersten Akt unter den Briesi den sie zu GunstenWilliam Shakspeare's dictirt, ihr „Deine huldvolle Köni-gin Elisabeth" setzt, hat sie da nicht das Lächeln, dieSchönheit und den strahlenden Glanz, die Spenser vonseiner „Feenkönigin" rühmte? Während der vier erstenAufzüge ist die Darstellung der Ristori eine vollendete,das Großartigste, das wir bis jetzt von ihr gesehen: eineErscheinung, an der jeder Ton, jede Bewegung gleichsameinen historischen Hauch hat. Wer von der Lectüre Mig-net's, Ranke's oder Macaulay's in seinem Essay überBurleigh kommend, die Elisabeth der Ristori sieht: demwird einmal wieder, was uns so selten im Leben geschieht,ein bloßes Wort zu einer lebendigen Wirklichkeit. EineFülle der gelungensten Einzelheiten bot jeder Akt: die Brief-scene des ersten Aktes, in der sie zu gleicher Zeit einendrohenden und einen huldreichen dictirt; im zweiten dieleisen Uebergänge vom Zorn zur Freundlichkeit, das Spielihrer Eitelkeit, der Ausdruck ihrer Neigung zu Essex, ihregrausame, heuchlerische Verstellung, das Ganze gekröntdurch den Kriegsruf gegen Spanien; im dritten ihr Wuth-ausbruch gegen Essex, den sie nicht schlägt, dem sie nurihren Handschuh in das Gesicht schleudert: wenn auch dieErinnerung sich so viel Schönes, Ergreifendes und Groß-artiges noch einmal zurückruft, das Einzelne erblaßt vordem Gesammtbilde, man scheidet von ihm mit dem Gefühlder Bewunderung und der Freude, eine unvergeßliche An-schauung mehr zu besitzen. Schade, daß Giacometti seineHeldin bis zu den verhängnißvollen Kissen führte, zwischendenen sitzend sie starb, und hätte er sie doch wenigstens,der Wahrheit getreu, sprachlos, in stummer, schweigenderQual sterben lassen: aber diese alte, gebrochene Frau, die