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[Zweiter Band]
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am 18. Juni 1799 an Goethe, während der Arbeit desersten Aktes: „Meine Maria wird keine weiche Stimmungerregen, es ist meine Absicht nicht, ich will sie immerals physisches Wesen halten, und das Pathetische mußmehr eine allgemeine tiefe Rührung, als ein persönlichesund individuelles Mitgefühl sein. Sie empfindet und er-regt keine Zärtlichkeit, ihr Schicksal ist nur heftige Passionenzu erfahren und zu entzünden. Blos die Amme fühlt Zärt-lichkeit für sie." Ist auch Schiller's Absicht von ihm selbstnicht ganz erfüllt worden, so bleibt es doch nicht wenigergewiß, daß fast alle Darstellerinnen der Maria auf- dasWeiche und Zärtliche den Ton legen und die Heldin unterder Maske der schönen Unglücklichen verschwinden lassen.Am meisten hat mich in der Darstellung der Künstlerinder dritte Akt befriedigt; im fünften ist das Auftreten,der Abschied von den Frauen würdig; der Beichte fehltjene katholische Verzückung, die man ungern vermißt; vomGrafen Leieester endlich sollte eine Königin stolzer, eineMärtyrerin ruhiger scheiden. Die Verse:

„Kniet zu den Füßen der Elisabeth!

Mög' Euer Lohn nicht Eure Strafe werden"—

sind zugleich der Ausdruck höchster Entsagung und einewarnende Prophezeiung.

Sonnabend, den 13. Mai, sahen wir Clara Zieglerzum erstenmal in einer Lustspielrolle als Diana in dergleichnamigen Komödie „Donna Diana". Das ursprüng-liche spanische Stück des Don Augustin Moretoäesllon ooir öl llssäen" (Trotz wider Trotz) ist inC. A. Dohrn's meisterhafter Uebersetzung auch weiterenKreisen zugänglich geworden; Moreto selbst hat nur einenKomödienstoff Lope's „Die Wunder der Verachtung" in