Band 
[Zweiter Band]
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seiner Dichtung feiner, geistvoller, glänzender und tiefer aus-gearbeitet. In der deutschen Übertragung von Schreyvogelist »Donna Diana" seit 1819 eines der beliebtesten unsererBühnenstücke geworden und unterhält und ersreut immeraufs Neue. Mit Recht wird das Lustspiel zu den Perlen,nicht nur der spanischen, sondern der gesummten dra-matischen Literatur gerechnet. Den allgemeinen, ich möchtesagen, den weltliterarischen Charakter, den es in West'sBearbeitung angenommen, besitzt das Original, wie leichterklärlich ist, nicht. Im Gegentheil, spanisches Ceremoniellund spanischer Humor, die ganze spanische Komödiensitteherrschen hier vor, Polilla-Perin ist ein echter derberGrazioso, dessen Späße sich durchaus nicht durch höchste Fein-heit auszeichnen, Diana, eine spanische Theaterprinzessin,die am Schlüsse über Hand und Herz ihrer Muhmen stolzund willkürlich verfügt. Es wäre den Darstellern derKomödie nach jeder Seite hin zu empfehlen, der Dohrn'schenUebersetzung einmal eine Stunde zu widmen, das Ori-ginal, überreich an den eigenthümlichsten und scherzhaftestenWendungen, könnte ihnen hier und dort treffliche Winkezur Belebung ihres Spiels gewähren. Die Neugier desPublikums war mächtig erregt, Clara Ziegler in einerLustspielrolle zu sehen. Erscheinung und Organ scheinensie so ausschließlich in die Sphäre des Heroischen zu ver-weisen, daß man wohl der Befürchtung Raum geben durfte:ob hier nicht ein Versuch gegen die Natur gewagt würde?Dies ist nun zum Glück nicht der Fall; leichter undfügsamer, als ich es erwartet, schmiegt sich das Talentder neuen Aufgabe an. Clara Ziegler spricht fließendund spielend, ohne allzu schwere Drucker und lästigeBetonungen, der Hauch des Lustspiels bleibt gewahrt.