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unbenommen. Als Uebersetzer Hamlet's nennt StahrRusconi. So weit man es nach einer Bühnenaufführungbeurtheilen kann, ist die Uebersetzung im Einzelnen rechtgeschickt, aber die Sprache selbst erweist sich als ungeeignet,den markigen Ausdruck Shakspeare's in gleicher Tiefe,Bedeutsamkeit und Kürze wiederzugeben. Die Einrichtungist etwa folgende: im ersten Akt folgen die Scenen ein-ander wie im Original: nur die Scene zwischen Hamletund dem Geist hat eine Aenderung erlitten. Hamlet folgtnicht dem Geist zu jener schreckensvollen Klippe, die überdem Meer hängt, sondern heißt seine Gefährten sich ent-fernen und bleibt mit dem Geiste allein vor dem Schlosse.Aus dem folgenden Auftritt Hamlet's mit Horatio undMarcellus ist Alles gestrichen, was auf seine Verwirrung,auf die Absicht den Narren zu spielen, hindeutet; mitdem Ruf: „wir schwören!" schließt der Akt. Die Worte:
„Die Zeit ist aus den Fugen; Schmach und Gram,
Daß ich zur Welt sie einzurichten kam!"
fehlen. Der zweite Akt beginnt mit der Scene zwischendem König, der Königin und Polonius und fetzt sich dannwie im Original fort. In die Schauspielerscene, diehinsichtlich der Declamation von Priamns' und Hekuba'sEnde sehr gekürzt ist, hat der Bearbeiter die Bemerkungenund Anordnungen Hamlet's, wie die Schauspieler sich zubenehmen und zu spielen hätten, aus dem dritten Akt ver-flochten. Nach dem Abgang der Schauspieler hält Hamletnicht den Monolog: „O, welch' ein Schurk' und nied'rerSklav' bin ich" — sondern gänzlich unmotivirt den be-rühmten Monolog: „Sein oder nicht sein"; man glaubtaus den Wolken zu fallen. Daran schließt sich die Scenemit Ophelia, aus dem dritten Akt des Originals: mit
Frenzel, Dramaturgie. II. ZZ