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[Zweiter Band]
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Schützling — in München auf dem Hoftheater: DieHerzogin aufgeführt. Ich weiß nicht, ob anderswo er-wähnenswerthe Versuche der Darstellung mit diesen Dramengewagt worden sind; aber der geringe Erfolg der BerlinerAufführungen wird wohl die meisten Bühnen davon abge-schreckt haben. Kaum ist es auch zu verlangen, daß einezweite Bühne diese Dichtungen, die eine bedeutende Anzahlvon Personen und eine prächtig reiche Ausstattung fordern,zur Darstellung bringt, ehe sie, wie etwa die DramenShakspeare's und Schillers, durch eine lange, vielfacheUebung auf den großen Theatern flüssig geworden sind.Eine andere Frage drängt sich indessen dem aufmerksamenLeser auf: ob nämlich die glücklichste Auswahl aus Klein'»Dichtungen getroffen worden ist, um ihm die Gunst desTheaterpnblikums zu gewinnen? Und da möchte ich lieberauf „Moreto", „Ein Schützling", „Heliodora" hinweisen— Schauspiele, die innerhalb eines mäßigen Raums,einer geringeren Anzahl von Personen sich bewegen, ver-ständlicher der Phantasie und dem Gemüth der Zuschauersich aufthun und, meiner Ansicht nach, überhaupt theatra-lischer gedacht sind, als die anderen Schöpfungen Klein's,die, wie Shakspeare's Königsdramen und das Trauerspielvon Antonius und Cleopatra, das epische Element nichtganz überwinden.

Freilich kann dies Urtheil auf keine Bühnendarstellnngsich stützen und bleibt wie jede Prophezeiung über ein ge-drucktes Drama in der Luft schweben. Gewiß liest Keinerein Drama wie einen Roman; auch der flüchtigste Leserbringt zu einer solchen Leetüre eine Vorstellung der Bühne,der dramatischen Handlung und Bewegung mit. Aberwie weit steht doch diese Vorstellung hinter der Wirk-