kämpfenden Päpste auf der einen Seite; die rauhenkriegerischen Sachsen mit ihren Fürsten, Markgrafenund Rittern, die deutsche Geistlichkeit mit ihrer tieferenFrömmigkeit, die deutschen sittigen und stillen Frauen,die ersten Keime klassischer Bildung, die im nordischenBoden langsam aufgehen, auf der andern: Alles trittuns anschaulich, lebensvoll entgegen. Bei der Bühnen-aufführung in Berlin, im Herbste 1859, erschien nur einTorso des Ganzen, und auch dieser ragte noch zu gewaltigüber das Verständniß und die Theilnahme der Zuschauerempor. „König Albrecht" umfaßt die Regierung deszweiten Habsburgers auf Deutschlands Thron von seinerWahl bis zu seiner Ermordung; seinen Kampf und Sieggegen Adolf von Nassau, seine böhmischen und ungarischenHändel, seine Streitigkeiten mit den rheinischen Kurfürstenund mit dem römischen Papste.
Dieser Drang des Dichters, die Schaubühne gleichsamzu einer verkürzten Weltbühne zu erweitern, auf der nichtein einzelnes Schicksal, sondern ein Lebensalter sich ab-spielt, läßt sich bis in diejenigen seiner Schauspiele ver-folgen, die wie „Moreto", „Die Herzogin", „Voltaire",„Ein Schützling" nur auf einer historischen Anekdoteberuhen. „Moreto" umschließt den Kreis des spanischenDrama's; 'wie seine drei größten Dichter Calderon,Moreto, Lope darin handelnd auftreten und fortwährendfeine Anspielungen aus ihren Dichtungen in das Schau-spiel Klein's hinüberspielen, so spiegeln auch Fabel undFiguren das innerste Wesen des spanischen Drama'swieder. In der Dichtung steckt zugleich eine Analyseund die tragische Ironie des kastilianischen Ehrbegriffs,seiner Vorstellung von Schuld und Sühne, seiner idealisti-