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die nebenher und drüberhin schweben. Vor uns steht eingewaltiges, kunstvoll gegliedertes Gebäude, aber Säulenund Säulchen, Balköne, Erker, Statuen in allen Nischenlassen uns nicht recht zur Betrachtung der einfachen Grund-verhältnisse kommen. Die Beweglichkeit der dichterischenPhantasie erfindet immer neue Scenen, neue Verwickelungen,das Symbolische der Handlung soll in allen Figuren sichwieder spiegeln. Nicht genug, daß in „Zenobia" diegroße Königin von Palmyra und der römische KaiserAurelianus auf einander stoßen; nicht genug, daß wirsie als Gattin und Mutter sehen: die Liebe eines Jüng-lings zu ihr muß die Handlung noch mehr verstricken;die Bedeutung, die den geistigen Elementen des Conflictsgegeben wird, verrückt, wie ich schon oben andeutete,dem Leser wiederholt den Standpunkt; zuletzt mag esda Manchen, wie mir, ergehen, daß ihn Longin und Por-phyrins tiefer interessiern, als das Mannweib Zenobia.Moreto findet seine Jugendgeliebte als die Gattin einesAndern wieder; durch eine schicksalsvolle Verwickelung derZufälle tödtet er seinen und ihren Sohn. Aber derDichter, mit diesen Schrecknissen nicht zufrieden, erhöhtsie noch durch die Liebe eines Jünglings und einesMädchens, die sich zuletzt als Geschwister aus den Schleiernihrer Geburt enthüllen. Seine Bühne ist darum rechteigentlich eine Wahlstatt des tragischen Todes. Eingigantisches Schicksal vernichtet ganze Geschlechter. AusEhrgeiz hat König Malthanes seinen Bruder ermordet,aus wahnsinniger Liebe tödtet Heliodora, seine Gemahlin,ihn, seinen Diener Agathias, den ritterlichen Eugenius,der sie verschmäht, dessen Braut Amalasuntha, am Endesich selbst.