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thümlich, daß er den politischen Ereignissen sorgsam folgtund ihnen Neigung und Haß widmet. In einem Epi-gramme eifert er gegen die Tendenz-Poesie:
„Das Mittel ist probat für Alt und Jung,
Nur blieb es fremd den schöpferischen Meistern:
Beim Mangel eigener BegeisterungSich aus der allgemeinen zu begeistern" —
und dabei sehen wir ihn selbst eifrig in dieser Richtunggeschäftig. Nicht nur in einer Fülle von kleineren Ge-dichten, sondern auch in langathmigen. Er begrüßt seinOesterreich im Frühjahr 1848, feiert Radetzky's Siege inItalien, erhebt sich gegen den Reichstag, als dieser „Grund-rechte" verkündigt, läßt Kaiser Joseph's Denkmal gegendie Pfaffen und die Reaction predigen, in Flammen lodertsein Zorn gegen Rußland, gegen Paskewitsch auf: bei allerVerschlossenheit und Rückhaltung vermochte er sich doch,wie man sieht, der allgemeinen Begeisterung nicht zu ent-ziehen und muhte widerwillig dem modernen Geiste seinenZoll zahlen. Das Vorzüglichste und Originalste dieserGedichte ist das „Die Ruinen des Campo Baccino" über-schriebene, vielbekannte Gedicht aus dem Jahre 1819, dasGrillparzer zuerst in unliebsame Berührung mit der Censurbrachte. Auch hier ist die Grundsärbung rhetorisch, aberallmählig erhebt sich der Dichter zum Pindarischen Schwünge..„Colosseum", singt er:
Colosseum, RiesenschattenVon der Vorwelt Machtcoloß!
Liegst nun da in Todsermatten,
Selber noch im Sterben groß!
Und damit versöhnt, zerschlagenTu den Martertod erwarbst,
Mußtest du das Kreuz noch tragen,
An dem, Herrliches, du starbst!