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sich einen Darius oder Lerxes wie einen um Liebe bittendenösterreichischen Cavalier vor; das Verhältniß, wie es seitJahrtausenden zwischen Mann und Weib im Orient herrscht,wird von ihm auf den Kopf gestellt. Giebt man hier demDichter willig nach; vergißt man in dem dritten Akt der„Hero" die Unmöglichkeit der ganzen Situation — Leander-ist über den Hellespont geschwommen, den Thurm der Pille-sterin hinangestiegen und macht in diesem Zustand, durchnäßtwie er ist, eine feurige Liebeserklärung — wie zart undwahr, von welch unnachahmlichem Liebreiz, selbst in demDurchbruch der Sinnlichkeit, sind die Gespräche der Lieben-den. Dieses halbe Geben und Weigern, diese geflüsterten,gestammelten Worte, die köstlichen Naturlaute, dieseprächtigen Bilder rühren und bezaubern uns, wir vergebenoder überhören sogar manchen Ton moderner Gefallsucht.Aber nicht nur schwebt das Ganze in der Luft, ist jedesindividuell Bestimmte von den Figuren abgelöst, auch derZug der Scenen ist mehr lyrisch, als dramatisch. Dieshängt mit der innersten Natur Grillparzer's zusammen.Einzelne seiner Aussprüche und Epigramme beweisen, wiescharf und herb er dachte, daß er vor den letzten Conse-quenzen des Gedankens nicht zurückscheute und sogar eineausgesprochene Neigung zum Pessimismus hatte. In allenseinen Dichtungen jedoch — kaum daß „Ottokar's Glückund Ende" eine Ausnahme macht und auch hier wenigeraus dem eigenen Willen des Dichters, als aus dem Zwangund der Natur des Stosses — bricht er der Tragik dieSpitze ab und läßt den Schmerz elegisch ausklingen.Einen Schluß wie den von „Lear" und „Othello", von„Kabale und Liebe" und „Don Carlos", von „EmiliaGalotti" oder „Maria Magdalena" findet er nicht. Ein