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Leicht und zwanglos lassen sich in den Grillparzer'-schen Dramen drei Gruppen unterscheiden: ursprünglich istder Stoff das Trennende, aber er wirkt auf die ganze Be-handlung, den Inhalt und die Form ein. Die erste Gruppenehmen die Dichtungen aus der alten, griechischen undhebräischen Sagenwelt ein: Sappho; Das goldene Vließ;Des Meeres und der Liebe Wellen; Esther. In ihnenist überall das Grundmotiv gegeben; das VerhältnißSappho's zu Phaon, Medea's zu Jason; die GeschichteHero's und Leander's; die Erhöhung Esther's sind vondem Dichter nicht umzubilden, er kann sie nur aufnehmenund in seiner Art entwickeln. Vorherrschend in allen istdas Weib. Sappho, Hero, Esther sind an Verstand,Beredsamkeit und Tiefe des Gefühls den ihnen gegenüber-gestellten Männern überlegen. Vor der tragischen Heldinund Zauberin Medea sinkt Jason zu einem Prahler undPolterer herab. Die Beleuchtung dieser Dichtungen möchteich einen hellenischen Himmel mit einer romantischen Sonnenennen. Liest man in dem zweiten Stück des „goldenenVließes" die Scenen der Medea im Thurm und in derDrachenhöhle, so glaubt man sich in Calderon's Land zuseiner „Tochter der Luft" verschlagen. Hero in dem ein-samen Thurm, als Nonne, die in Aphroditens Tempelder Liebe abschwören muß, der Priester ganz als mittel-alterlicher Abt oder Bischof gedacht, der hinausgeht unddie Lampe auslöscht, um Leander in der tobenden See zuverderben, geben der ursprünglichen Grundlage der Sage
— Feindschaft der beiden Familien zu Sestos und Abydos
— eine durchaus romantische Färbung. Esther vor dempersischen Großkönig ist nun ganz und gar die mittelalter-liche Hirtin vor dem edeldenkenden Baron. Grillparzer stellt