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eine bedenklich komische Seite, die der goldbesetzte Purpur-mantel der Grillparzer'schen Diction in seine idealen Faltenwohl einhüllen, aber doch nicht in ihrer Wesenheit aufhebenkann. Die ganze Tragödie ist einzig eine Bitte um Liebeund eine Klage um die verlorene. So wirkt denn auchSappho's Sprung vom Felsen nicht erhebend und läuternd,im Gegentheil niederdrückend: eine edle, großartig ange-legte Frau vermag sich von der Gewalt einer sinnlichenLeidenschaft nicht anders als durch Selbstmord zu befreien.
Der stärkste dramatische Zug beseelt „Das goldeneVließ"; die übrigen drei Dramen kommen über das Idyllischenicht hinaus. Hier aber ist Schwung, mannigfache Bewe-gung. Zum Theil sind die Kämpfe und die Gegensätzezwischen den Kolchern und Hellenen epischer Natur, zuweilenglaubt man in der Jliade zu lesen, durch die beiden Figurendes Jason und der Medea jedoch gewinnen sie ein leben-diges dramatisches Interesse. Dem entsprechend gilt hierauch der Mann. Jason und seine Freunde, Nietes undsein Sohn, Kreon der König von Corinth sind von andererMuskelkraft als der schwächliche Phaon, der dumpfträu-merische Leander oder der schleichende Oberpriester, desseneinzige That darin besteht, heimtückisch die Lampe der Heroauszublasen. Naukleros, der rasche Freund des Leander,nach dem Vorbild des Pylades gezeichnet, greift zu wenigin die Handlung ein, um zu dieser Betrachtung herangezogenzu werden; er vermittelt wie Rhamnes in der „Sappho",die Amme Gora in der „Medea" die Uebergänge und isthalb der Vertraute, halb der warnende Berather des Helden.In dem Bruchstück „Esther" erscheinen neben einem schwer-müthigeu, nach einem Weibe verlangenden Könige nur nochweißbärtige Greise: Haman kopirt nicht ohne Glück Shak-