Band 
[Zweiter Band]
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seits von Jason's Schönheit, Muth und Griechenthumverführt und wider Willen fortgerissen wird; wie dannwachsend und glühend die Leidenschaft sie zn immer entsetz-licheren Thaten antreibt, wie aus der Jungfrau das Weib,aus der Liebenden sich die Eifersüchtige entfaltet, dasDämonische sie von Scene zu Stene wilder und mächtigererfaßt: diese Gestalt gehört bis zum Schlüsse des zweitenAktes des dritten Stückes der Trilogie zu den eigenthüm-lichsten und großartigsten der deutschen dramatischen Dichtung.Niemals ist Grillparzer ein ähnlicher Wurf des Düsterenund Heroineuhaften geglückt. Der Mangel läßt sich freilichebenso wenig wegleugnen. Eine Zauberin mit all' denKünsten und Mitteln, die Medea besitzt, flößt wohl Schrecken,aber kein Mitleid ein; und wenn wir die treulos verratheneund verlassene, beraubte und mißhandelte Frau und Mutterbedauern sollen, müssen wir die Hexe vergessen. Es istein eigen Ding mit Wunderbechern und Zauberbannernim Drama, sie machen den Menschen zur Marionette.Daß uns zuletzt noch zugemuthet wird, Medea bußfertigzu sehen — sie wird nach Delphi wandern und sich dortdem Priesterrathe zur Sühne stellen: eine Medea alsHexe vor einem hellenischen Jnguisitionstribunal! — reißtuns vollends aus der Stimmung. Die eigentliche Handlungder Sappho reicht bis zum Schlüsse des dritten Aktes.Als Phaon erkannt hat, daß er Melitta liebt und fürSappho nur Verehrung empfindet, ist die Sache zu Ende,der Knoten gelöst, die Verwirrung der Gefühle in der Brustdes Jünglings geschlichtet. Für Sappho bleibt nichts übrigals die Elegie. Für mich hat nun obenein die Leidenschafteiner älteren blaustrumpfigen Frau, die schon einigemalgeliebt hat, für einen jungen, unbedeutenden Menschen

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