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Die Jesuiten.
Ein großer Schrank enthält eine Art von Attrappe,denn die geöffnete Thür zeigt hinter einem Eisengitterdie lebensgroße, vortrefflich gearbeitete Wachsfigurdes Ordensstifters, angethan mit den Kleidern, dieer bei Lebzeiten getragen. Da, wo sein Sterbebettgestanden, ist ein Altar ausgebaut, allwo am :)l. Julidie Messe lesen zu dürfen für eine der höchsten Gunst-bezeigungen gilt, welche der General gewähren kann.
Von dieser Stätte ist der weltgeschichtliche Ge-danke der Gegenreformation zuerst in seiner ganzenSchärfe und Energie in die Welt ausgegangen.
Das dritte Stockwerk des Klosters enthält eineMenge Zellen, auch die für die Zöglinge des Ger-manischen Kollegs bestimmten, geschieden in die „Oa-insra plnlo-joplrornin" und in die „Oainora tlroolotz'o-ruin", dann Rekreationssäle, zwei Kapellen und dieBibliothek des Germanikums. In dieser dürftigenBücherei steht eine Rarität, nämlich ein wohlver-schlossener Schrank mit der Ueberschrift „Die Hölle"(I'inkdrno). Da drin sind Bücher von etlichen deut-schen Philosophen und Theologen versperrt. Mög-licherweise ist darunter auch der Hegel, welcher indieser „Onbliette" über seinen Satz „Alles Wirklicheist vernünftig und alles Vernünftige ist wirklich —"nachdenken mag. Eine andere Rarität hat zur Zeit desPio Nono — die vom Ossm" gegebene Schilde-rung bezieht sich überhaupt auf die Zeit der Ponti-