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Hundertstes Kapitel.
wenigstens fuhr er fort zu dichten und veröffentlichte noch kurzvor feinem Tod eine große poetische Verherrlichung Ludwigs XI V.:„Der Triumph Ludwigs und feines Jahrhunderts". „ Er starbam 28. Oktober 1676 zu Paris als einer der letzten Überleben-den von den Autoren des Hotel Rambouillet.
Von feinen rasch vergessenen Werken erhielt sich das satiri-sche Lustspiel „Die Schwärmer" („ü,ss Visionnkiras", Paris1637), weil es gewisse Modethorheiten der Zeit geißelte undgeradezu Porträte auswies, nach erfolgreichen Ausführungenso lange in der Erinnerung, bis es durch Molieres „Facheux"Verdrängt wurde. Dasselbe war so wenig ein Poetisch gehalt-reiches Lustspiel, als die Tragödien und Tragikomödien „Aspa-sia" (erster Druck, Paris 1636), „Mirame" (nach RichelieusPlan und unter Richelieus Mitwirkung, ebendas. 1642),„Roxane", „Erigone" u. a. hervorragende Dramen ge-nannt werden können. Die epische Dichtnng„Chlodwig" („Olo-vis ou 1» Francs olu-ötwuiis"; erste Bearbeitung in 26 Gesängen,Paris 1657; spätere Umarbeitung in 20 Gesängen, ebendas.1673) war entschieden von einer lebendigem Phantasie getra-gen, als Chapelain bewährt hatte. Das dem jugendlichen Lud-wig XIV. mit einer pomphaften Widmung (in welcher ihm pro-phezeit wurde, daß er in der Geschichte das sein werde, wasChlodwig im Epos) zugeeignete „heroische Gedicht" behandeltedie Bekehrung des Frankenkönigs zum Christentum, den Sieg,den er infolge göttlicher Fügung und seiner Hingabe an denwahren Glauben über seine Widersacher erringt, die sämtlichenKämpfe und Thaten, durch welche er nach der Fiktion des Dich-ters zum Begründer der nationalen Monarchie ward. DasIdeal der Staatseinheit und des gottgeweihten Königtums mitunbeschränkter Machtfülle, welches die damals Lebenden be-herrschte, trug Desmarets auch in sein Gedicht hinein. Imübrigen ward dasselbe mit dem ganzen Apparat ausgerüstet,der im Hinblick auf Virgil und Tasso für unerläßlich galt,auch die historischen Rückblicke und die wundersamen Stamm-bäume fehlen nicht. Die Form war nun schon unabwendbardie des Alexandriners, und Desmarets bemühte sich redlich,die rhetorische Feierlichkeit desselben mit einer gewissen Be-weglichkeit zu verbinden. Im ganzen fand „Chlodwig", ob-wohl poetisch wertvoller als die „Pucelle" Chapelains, nochweniger nachhaltige Teilnahme, und Boileau urteilte auch über