Band 
Vierter Band
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Die letzten Ausläufer der Übergangsdichtung.

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wurden von den Anhängern und Freunden der alten poetischenSchule mit Beifall begrüßt, trugen aber dem Autor den ganzenZorn Pascals ein. Im elften seiner Provinzialbriefe verurteiltederselbe mit den schärfsten Worten die eines Priesters unwür-digen Eitelkeiten und weltlichen Thorheiten, von denen aller-dings namentlich die „Moralischen Gemälde" in Lemohnes„Unterhaltungen" wimmelten. Ein schärferer Gegensatz als dieleichtherzige Galanterie und oberflächliche Geistreichigkeit in denVersen des poetischen Jesuiten und der strenge, fast düstere Ernstin der Anschauung Pascals kann nicht leicht erdacht werden. —Pater Pierre büßte zu gleicher Zeit für die laxe und zweideutigeMoral seines Ordens und für die poetisch geselligen Lizenzen,die auf dem Parnaß seiner Tage heimisch waren und für alt-berechtigt galten.

Besser als den seither genannten Nachzüglern der ausklingen-den Periode gelang es der berühmtesten Romanschriftstellerindieser Zeit, in einem langen Leben den früh erworbenen Ruhmzu behaupten und die Angriffe, welche mit Recht und Unrechtgegen die „Preziösen" gerichtet wurden, von ihrer eignen Per-son abzuwenden und eine gewisse Geltung unter völlig verän-derten Zuständen zu behaupten. Und doch war es gerade dieseSchriftstellerin, welche, als infolge von Zeit- und Familienver-hältnissen das Hotel Rambouillet seine Anziehungskraft verlor,ihrerseits einen neuen litterarischen Salon schuf, in welchem sichnaturgemäß die Anhänger und die wenigen Schüler der älternLitteraturrichtung, welcher die Herrin des Hauses selbst ange-hörte, zusammenfanden. Madeleine de Scudery, die feinergeartete Schwester des ruhmredigen und eiteln George Scudery,war 1607 zu Havre geboren, verlor früh ihre Eltern, empfingjedoch trotzdem eine im Sinn der Zeit vorzügliche Erziehung,kam nach Paris, wo sie längere Zeit mit ihrem Bruder zusam-menlebte, von diesem natürlich ins Hotel Rambouillet eingeführtward und bald begann, ihren besondern Einklang mit den hierherrschenden aristokratisch-poetischen Lebensanschauungen ineignen litterarischen Arbeiten kundzugeben. Bon 1641 an, wounter dem Namen ihres Bruders ihr erster Roman, „Ibrahim",erschien, entfaltete Mademoiselle de Scudery eine eifrige litte-rarische Thätigkeit. Ihre Hauptwerke trugen zwar den Namenihres Bruders, der die Vorreden und Dedikationsepisteln zudenselben schrieb, aber bald wußte alle Welt, daß wenigstens der