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Vierter Band
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Moliöre.

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Herzogs Philipp von Anjou, Bruders des Königs und nachmali-gen Herzogs von Orleans, Empfehlungen an „Monsieur" ge-geben hatte. Am 24. Oktober 1658 spielte die Gesellschaft Mo-lieres vor Ludwig XIV. und seinem Hof, wie vor Monsieur in derSalle des Gardes des alten Louvre. Die Folge dieses Abendswar, daß ihr der Titel der llronpe äs Llonsisur verliehen undabwechselnd mit den Italienern der Theatersaal des PalaisPetit Bourbon eingeräumt wurde, den sie schon zwei Jahrespäter mit einem Saal im Palais Royal vertauschen mußte.Diese Anfänge waren vielversprechend, doch fanden die Tragö-diendarstellungen des neuen Theaters wenig Beifall, und erstals Möllere seine Lustspiele, von seiner Gesellschaft mit un-widerstehlicher Komik dargestellt, vorführte, wandte sich dasInteresse des Pariser Publikums dem neuen Theater zu. Mitder Aufführung der „kr6visE8 riäwules" errang der DichterWie der Theaterdirektor einen entscheidenden Sieg, dieBedeutungseines satirischen Talents trat entschiedener hervor und die jungeSchule in der Litteratur begrüßte ihn als einen hochwillkomme-nen Bundesgenossen.

Von 1661 an, wo die „Schule der Ehemänner" Möllereglänzende Triumphe verschaffte, bis zu dem frühen Tode desgroßen Dichters und Schauspielers war Molieres Leben wohlan Kämpfen, Leidenschaften und Schmerzen überreich, aber nachaußen hin von Erfolgen jeder Art gekrönt. Sein Rühm undsein Wohlstand wuchsen, die königliche Gunst (im Frankreichseiner Zeit Lebensbedingung) ward ihm im reichsten Maß zuteil, und mehr als dies alles: das Bewußtsein, in seinen poeti-schen Schöpfungen seine Natur frei auszuleben und doch nichtnur für den Tag zu schaffen, erfüllte und trug ihn. Zu Anfang1662 verheiratete sich der Dichter mit der zwanzigjährigen jun-gen Schauspielerin Armande Bejart, der jüngsten Schwester (nachkeineswegs völlig erwiesenen Behauptungen sogar der Tochter) je-ner Madeleine Bejart, welche Molieres Jugendgelieüte gewesenwar. Als der vierzigjährige Mann diese Ehe schloß, lag unzwei-felhaft bereits ein reiches Leben in Leidenschaft und Liebe hinterihm. Der Dichter, der später seinen „Don Juan" schrieb, mußteViele Erfahrungen gemacht haben, und auch von ihm konnteman sagen, was Sganarelle von seinem liebesbedürstigen Herrnverrät: „Prinzessin, Edeldame, Bürgersfrau, Bäuerin — nichtsfindet er zu heiß oder zu kalt für sich!" (Lotheißen, „Mokiere.