Möllere.
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(erster Druck, Paris 1669), besitzen trotz aller Stoffverschieden-heit eine innere Verwandtschaft und stehen nach unsrer Empfin-dung wiederum in einem gewissen geistigen Bezug zum „Mi an-throp". Wenn die Welt einmal so geartet ist, daß der ungeschickteEhrliche in ihr stets unterliegt und obendrein ausgelacht wird,so ist es besser, über gewisse Dinge von vornherein ein HellesGelächter aufzuschlagen, als sich durch sie um Laune und Lebens-lust bringen zu lassen. Im „Amphitryon", welchen er nach demLustspiel des Plautus bearbeitete, aber völlig modernisierte, stellteer das Verhältnis Jupiters zu Alkmene, die Usurpation derEherechte des Amphitryon durch den Göttervater dar. Dasaußerordentlich geschickte, in einzelnen Situationen namentlichdurch die Gestalt des Sosias hochkomische Werk wurde von deneinen für eine Verherrlichung des neuen Verhältnisses Lud-wigs XIV. zur Marquise und nachmaligen Herzogin vonMontes-pan, von andern als eine bittere Satire aus ebendies Verhältnisgenommen. Uns scheint, daß Moliere etwas von beiden vor-schweben mochte; in die unter dem Gelächter des Parterres er-folgende Foppung des Amphitryon mischt sich ein Element vonMitleid und Parteinahme für den Gefoppten. Bei aller Kunstdes Dichters bleibt der Eindruck ein geteilter und gelegentlichpeinlicher, und man kann sich selbst des Gedankens nicht ent-schlagen, daß herbe persönliche (häusliched) Erfahrungen desDichters mitspielen. Die gleiche Vorstellung drängt sich bei demLustspiel „George Dandin" in viel minderm Grade aus, weilhier der possenhafte Grundton der Handlung entschieden festge-halten ist. Das Stück stellt die ehelichen Schicksale eines reichenbürgerlichen Gutsbesitzers dar, der sich die Eitelkeit, ein armesEdelsräulein zu heiraten, nicht hat versagen können. Wie ers„gewollt hat" („la l'a vouln Onol-Zs Oairäin"), macht ihn seineGemahlin zum Hahnrei und behandeln ihn seine hochnäsigenSchwiegereltern nach Möglichkeit schlecht; er findet bei niemandMitleid, am allerwenigsten bei den Zuschauern, die es nur be-lachen können, wenn sich George Dandin schließlich vor seinemunwürdigen Weib demütigen und Besserung für die Zukunftgeloben muß.
Die nächstfolgende Charakterkomödie des Dichters: „DerGeizige" („I-'avsro"; erster Druck, Paris 1669), ward wieder-um unter Zugrundlegung eines antiken Lustspiels (der oft be-nutzten „/VululÄrm" des Plautus) gestaltet. Moliere staltete