Molierc.
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arts Wieder aufnahni und bekanntlich Boileaus großen Zornerregte. Die „Raison" freilich konnte ihre Rechnung bei dertollen Posse nicht finden, und dieselbe gehörte zu denjenigen Ar-beiten Molieres, die rasch wieder verschwanden, und für welchenur ein literarhistorisches Interesse zurückblieb.
Die regelmäßige Form, die bedeutende Charakteristik undeine Handlung, die vollkommen aus der Eigenart der Gestaltenund ihrer Gegenüberstellung hervorwächst, finden sich wieder indem Lustspiel „Die gelehrten Frauen" („ibss tsinEs sav-m-rss"; erster Druck, Paris 1672), welches das Thema der ,Prä-eieusss riäieatss" nur schärfer, bestimmter, energischer aufs neueaufnahm. „Die gelehrten Frauen" entwickeln in reichern undbewegtem Handlungen die gleichen Anschauungen Molieresund verhöhnen die Närrinnen, welche, mit unnützem und unfrucht-barem Wissen prunkend, darüber sich selbst und andern das frischeLeben verkümmern. Der Dichter setzt den Närrinnen Phila-minte, Belise, Armande die anmutige Gestalt der Henriette ent-gegen, der er offenbar absichtlich einen gewissen Zug der Nüch-ternheit, einen allzustarken Tropfen des bon ssns ins Blut gab.An „Die gelehrten Frauen" setzte Mokiere so viel ernste,künstlerische Arbeit, so sorgfältige Feile, daß er selbst meinte:„Wenn die Wmmss 83.vs.otss mich nicht zur Unsterblichkeit füh-ren, so gelange ich nie zu ihr". —
Molieres letztes Lustspiel: „Der Kranke in der Einbil-dung" („1-s mslsäs imsAmairs"; erster Druck, 1673), dasselbe,in dessen Darstellung er ein in gewissem Sinn beneidenswertesEnde fand, war auch das letzte jener Gruppe von Dramen, indenen Mokiere die Ärzte seiner Zeit zum Gegenstand der bitter-sten und zugleich der ergötzlichsten Angriffe gemacht hatte. „DerLiebhaber als Arzt" mit der prächtigen Konsultation der vierDoktoren, der einem alten Fabliau entlehnte Scherz: „Der Arztwider Willen", auch „Novsleur äs koureosuxnse" waren Vor-läufer zu dem beinahe wildgenialen Humor und der unwider-stehlich fortreißenden Komik des „Kranken in der Einbildung".Alan hat nach allen erdenklichen persönlichen Gründen für dietiefe Abneigung gesucht, welche Moliere bis zu seinem letztenStücke gegen den Charlatanismus und Pedantismus der Ärztean den Tag legte. Aber man braucht nicht weit zu suchen. „Dertraurige Zustand der damaligen Wissenschaft, der engherzigeintolerante Formalismus, der darin herrschte, die blinde Rou-