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Vierter Band
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HundertundvierteS KaPitel.

tine, die scholastische Pedanterie, die Eifersucht und Arroganz derÄrzte boten ihm mehr als hinreichende Veranlassung, sie zugeißeln. Möllere war übrigens keineswegs der erste Urheberdieses Kriegs, den schon Rabelais, Montaigne und Scarron be-gonnen hatten. Wenn nach seinem Tode die dramatische Poesie inFrankreich aufgehört hat, die Ärzte lächerlich zu machen, so sindsie zunächst ihm den Dank dafür schuldig; wer hätte den Mut ge-habt, ihre Fehlgriffe nach ihm noch zu verspotten." (W. v. Vau-dissin, „Einleitung zu Molieres Lustspielen", Bd. 2, S. 41.)Unzweifelhaft aber war der letzten Kriegserklärung Moliereswider die Ärzte im „Eingebildeten Kranken" ein Element jenerBitterkeit beigemischt, die aus Molieres eignem vergeblichen Rin-gen wider die ihn täglich fester umstrickende Krankheit erwuchs.Der tolle Scherz der Doktorpromotion Argans am Schluß desLustspiels war das letzte Aufleuchten eines Geistes, der mitseinem Humor, seinem unerschöpflichen Witz Leid und Kummeraller Art besiegt hatte und umsonst auch noch den Tod und seineHelfershelfer hinwegzuspotten versuchte.

Zwischen und neben den eben charakterisierten wichtigstenSchöpfungen Molieres entstanden eine Reihe größerer und klei-nerer Spiele, welche zum allergrößten Teil Hoffesten und derNotwendigkeit, den Prunkliebenden und zerstreuungssüchtigenMonarchen in geeigneter Weise zu unterhalten, ihre Entstehungverdankten. Die Reihe dieser Stücke begann mit dem 1660 fürden seinem Sturz nahen, zur Zeit aber noch allmächtig scheinen-den Intendanten Foucquet gedichteten Festspiel: „Die Quäl-geister" („llss Lvliknx"), sie setzte sich fort mit dem glänzenden„Impromptu von Versailles" („I/iuipromxta üs Vsi-s-ckl-Ws", 1664), den Ballettkomödien: „Die Zwangsheirat" („llsDEikgs im-os", 1664), „Die Prinzessin von Elis" („lla, xriri-os88s ä'büiäs", 1664), „Der Liebhaber als Arzt" („ll'araourniöäsein", 1665), „Melicerte" (1665), „Der Sizilianer,oder der Liebhaber als Maler" („llo swilikii on l'amoui-xsiinrs", 1667), „Die glänzenden Liebhaber" („llss LinLntslusAniLinos", 1670), „Psyche" (1671) und „Die Gräfinvon Esbargnas" („I-a oomtssss in dem großen

von Ludwig XI V. eigens bestellten „lZalllt äss balletss", 1671).In ihnen allen hatte der Dichter eine fruchtbare Erfindungs-kraft, eine glückliche Leichtigkeit zu bewähren und die verschie-densten, höchst äußerlichen Ansprüche, welche durch die Natur