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Vierter Band
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Hmidertundvicrtes Kapitel.

seine besondere Heißblütigkeit aus, erlangte später mit zahlreichenDuellen den Ruf emes der gesürchtetsten Raufbolde von Parisund scheint überhaupt eine der eigenartigsten, trotzig-selbstän-digsten Persönlichkeiten jener Zeit gewesen zu sein. Kühne Un-erschrockenheit, lebhafte Phantasie und skeptischer Witz, welcheer im Leben bewährte, erhoben ihn auch in einigen seiner litte-rarischen Versuche über die Modepoesie und den eigentümlichenUngeschmack seiner Umgebungen. Er versuchte freilich als Brief-schreiber im Stil Voitures und Balzacs zu glänzen und ließnoch kurz vor feinem Tod (er starb 1655 zu Paris) eine Tra-gödie: „A g ripp in a" („4,8. inortä'^Zrixpins"; erster Druck, Paris1654), aufführen, die rein rhetorisch und dazu von schwülstiger,Marinisch angehauchter Rhetorik war. Aber seine Originalitättrat in den „Komischen Geschichten" („llistoirss conüi^ss";erster Druck, Paris 1650—53) und in seinem Lustspiel„D er g e-sopPtePedant"(,,ü,spoä8,iit)<>uüst ersterDrnck, ebendas. 1654)zu Tage. Die erstgenannten, eine phantastische Reise ins Reichdes Mondes und eine zweite ebensolche ins Reich der Sonnedarstellend, geistvolle und witzige Schriften, voll wirklich genia-ler Züge, sind öfter als Vorläufer der „Reisen Gullivers" vonSwift charakterisiert worden. Es ist offenbar ein verwandtesElement in ihnen, und im phantastischen Scherz bergen sichmannigfaltige Bezüge auf die philosophischen und naturwissen-schaftlichen Spekulationen der Zeit, auf die Anschauungen Des-cartes und die Lehren Gassendis; in der bittern Satire auf dasmenschliche Treiben überhaupt fehlt es auch nicht an Hieben aufdie zeitgenössische Litteratur. Die „Galanten" und „Preziösen"hat Moliere niemals besser verspottet, als es in der Erzählungdes Cyrano-Bergerac geschehen ist, in der er von den häufigenÜberschwemmungen berichtet, denen das Reich der Liebe ausge-setzt ist, weil seine Bewohner Meere von Thränen vergießen. —Als bedeutendste Leistung Chranos darf man die obengenannteKomödie „Der gefoppte Pedant" ansehen. Stand dieselbe, wieMolieres Jugendwerke, unter dem Einfluß der italienischen Steg-reifkomödie, so enthielt sie doch bereits einzelne drastische unddem französischen Leben unmittelbar abgelauschte Situationen,deren einige Moliere späterhin (in den ,Pourbsriss äs Soapin"und in„ü'aiuour määsoill") dem Werk des Jugendkameraden ent-nahm. Die Figur des plumpen Bauern Gareau mit seiner vonSprichwörtern und derben Bildern durchsetzten Rede, die Szene,