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HundertundvierteZ Kapitel.
Trauerspiel- und Romandichter Lorbeern zu ernten. SeineTragödien „Maria Stuart" und „Germaniens" wiesennoch das ganze abwechselnd schwülstige und seichte Pathos derDramen im Stil des Hotel Rambouillet auf, und es war charak-teristisch, daß der alternde Corneille für dieselben eintrat. Vonseinen historischen Romanen erfreuten sich „Der Marquisvon Chavigny" (Paris 1670), „Artemise und Polianthe"(ebendas. 1670) und „Der Prinz von Conde" (ebendas.1675) vorübergehenden Aufsehens.
Einen selbständigen Wert besaßen die Dichtungen von Char-les Riviere Dufresny, welcher 1648 zu Paris geboren undKammerdiener Ludwigs XIV., später Direktor der königlichenGärten war, übrigens ein so sorgloses und unbekümmertes Ge-nußdasein führte, daß er immer tiefer in Bedrängnisse geriet undschließlich in großer Armut am 6. Oktober 1724 zu Paris starb.Als besonders charakteristisch für sein Privatleben ward die That-sache erzählt, daß er seine Wäscherin geheiratet habe, um ihr das,was er ihr schuldete, zu bezahlen. Seine geistreich liebenswürdigeUnterhaltung rühmten auch die, welche von der Unordnung seinesLebens wenig erbaut waren. Außer einer Anzahl von Gedichtenund einem geistreichen Halbroman: „Ernste und komischeB el nstig ungen eines Siamesen" („4es Lraaseinsuts sortsuxst eowiqus« ä'un Kmmois", Paris 1707), welches als Vorläu-fer der spätern „Persischen Briefe" des Montesquieu Beachtungverdient, schrieb Dufresny eine große Reihe von Lustspielen, dieim Gegensatz zu andern größere Erfolge bei der Lesewelt als ausder Bühne hatten. Dufresny war kein glücklicher NachahmerMolieres in bezug auf die Führung der Handlung und szeni-sche Effekte, seine Stärke lag durchaus in der Feinheit des De-tails, in Einzelzügen der Charakteristik, in der Natürlichkeit undKürze der Diktion. Trotzdem erhielten sich einige dieser Lustspielelängere Zeit hindurch auf der Bühne. Die französische Kritikbezeichnet von den zahlreichen im „Theater" (Paris 1731) ge-sammelten dramatischen Arbeiten dieses Dichters die Komödie„DerWiderfpruchsgeist" (,,4'sspeit äs eonteaäietiou"), „Diedoppelte Witwenschaft" („4a äoadls vsnvage"), „DieDorfkokette" („4a ooqastto äs vills-As"), „Die zweideutigeVersöhnung" („4/» röeonoitiatioii Iiorinruiäs"), „Die raschgelöste Ehe" („4s mariags knt st rompu") als die vorzüg-lichern. Die beiden erstgenannten Stücke sind in Prosa, die